Soldaten plötzlich weg

Paukenschlag auf Grönland: Deutsche reisen ab

Außenpolitik
18.01.2026 13:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Auf Grönland ist schon wieder alles anders! Die Soldaten der Bundeswehr sind entgegen den bisherigen Aussagen überraschend abgereist. Der Rückzugsbefehl soll am Sonntagmorgen erteilt worden sein.

Die einzige Information lautete zunächst: zurück! Das berichtete die „Bild“-Zeitung. Alle geplanten Termine mussten offenbar eilig abgesagt werden. Dabei hieß es am Samstag noch, dass nicht absehbar sei, wie lange der Aufenthalt dauern werde. Dann kündigte US-Präsident Donald Trump seinen Zoll-Hammer gegen mehrere NATO-Staaten an – darunter gegen Deutschland.

Der Zeitung zufolge war lange nicht klar, warum die Soldaten so plötzlich zurückbeordert wurden. Die Erkundungsmission der Europäer soll nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen. Diese sollen die Sicherheit Grönlands stärken, hieß es zuletzt noch.

Ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr versuchte zu beschwichtigen: „Das Erkundungsergebnis ist so, dass alle zufrieden sind und in Deutschland nun die Auswertung vorgenommen wird.“ Der Einsatz sei nicht etwa abgebrochen worden. „Die Erkundung ist auftragsgemäß abgearbeitet worden.“ Eine weitere Tour sei zudem „wetterbedingt“ abgesagt worden. Die Soldaten waren erst am Freitag auf der Insel eingetroffen, zusammen mit Kameraden aus anderen europäischen Staaten.

Wenig Einigkeit innerhalb der NATO
Kritik an der Mission kam zuletzt auch aus Italien. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat nach den Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen europäische Länder im Konflikt um Grönland vor einer Eskalation gewarnt. Jetzt sei es notwendig, „den Dialog wieder aufzunehmen“.

Ihr Außenminister bezeichnete die Entsendung der Soldaten als „Witz“. Meloni selbst ist um Schadensbegrenzung bemüht. Die Mission dürfe nicht als „anti-amerikanisch“ interpretiert werden. Die italienische Ministerpräsidentin berichtete, dass sie deshalb selbst mit Trump telefoniert habe. „Ich glaube, dass es in dieser Phase sehr wichtig ist, miteinander zu sprechen.“ Meloni gilt im Kreis der europäischen Regierungschefs als eine derjenigen, die einen guten Zugang zu Trump haben.

Der gemeinsame europäische Einsatz wurde gestartet, nachdem am Mittwoch ein Treffen zur Zukunft der riesigen Eisinsel zwischen den Außenministern Dänemarks, Grönlands und den USA in Washington gescheitert war. 

Deutschlands Rückzug dürfte auch andere Staaten unvermittelt treffen. Am Sonntag kündigte Slowenien an, sich der von Dänemark geführten Mission eigentlich anschließen zu wollen. Doch nun erklärte Deutschland die Aktion für „abgearbeitet“.

Die Karte zeigt Militärstützpunkte in der Arktis, verteilt auf die USA, Russland und andere Länder. Ein US-Stützpunkt ist in Pituffik auf Grönland markiert. Quelle: Simons Foundation Canada.

Geopolitik-Experte Gerhard Mangott fand in einer ersten Reaktion auf den hastig wirkenden Abmarschbefehl auf der Plattform X harsche Worte: „Wir leben in der Zeit der europäischen Demütigung.“

Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet Dänemarks. US-Präsident Donald Trump hat aber wiederholt deutlich gemacht, dass sich die USA die größtenteils von Eis bedeckte Insel einverleiben wollen. Die meisten europäischen NATO-Partner lehnen das vehement ab.

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