Grönland-Streit

Trump verhängt jetzt Strafzölle gegen NATO-Staaten

Außenpolitik
17.01.2026 17:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump reißt nun der Geduldsfaden: Er kündigt Zölle gegen Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland an.

„Wir haben Dänemark, alle Länder der Europäischen Union und andere Länder viele Jahre lang subventioniert, indem wir ihnen keine Zölle oder andere Formen der Vergütung berechnet haben“, wetterte Trump. Nach Jahrhunderten sei es an der Zeit, dass Dänemark etwas zurückgebe. Dem fügte er hinzu: „Der Weltfrieden steht auf dem Spiel!“

Zunächst würden die Zölle ab dem 1. Februar zehn Prozent betragen, erklärte der US-Staatschef am Samstag. Ab dem 1. Juni sollen sie auf 25 Prozent steigen, wenn kein Abkommen für einen US-Kauf der Insel erzielt werde. Die Zölle sollen bei allen Waren erhoben werden. Derzeit stellen sich die Zölle sehr komplex dar, sie variieren abhängig vom Produkt und dem Herkunftsland. Ein wichtiger Richtwert für viele EU-Importe ist 15 Prozent. Wie die zehn Prozent ab Februar dann erhoben werden sollen, ist unklar.

In der Hauptstadt Nuuk zogen Tausende Demonstranten unter Führung von Grönlands Regierungschef ...
In der Hauptstadt Nuuk zogen Tausende Demonstranten unter Führung von Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen zum US-Konsulat.(Bild: AP/Evgeniy Maloletka)

Trump schließt Gewalt nicht aus
Trump hat wiederholt erklärt, die an Ressourcen reiche Insel müsse wegen der nationalen Sicherheit in den Besitz der USA übergehen. Er hat den Einsatz von Gewalt dabei nicht ausgeschlossen. Laut dem Republikaner würden sonst Russland oder China die Insel übernehmen würden. Die Vereinigten Staaten seien ab sofort offen für Verhandlungen mit Dänemark und weiteren Nationen.

In den USA selbst stoßen Trumps Pläne auf wenig Gegenliebe. Einer Umfrage zufolge befürworten 17 Prozent der US-Bürger die Bemühungen Trumps, Grönland zu erwerben. Eine große Mehrheit sowohl der Demokraten als auch der Republikaner lehnt demnach den Einsatz militärischer Gewalt zur Annexion der Insel ab. Trump bezeichnete die Umfrage als „fake“.

NATO-Staaten entsandten Soldaten nach Dänemark
Die nun von US-Zöllen bedrohten europäischen NATO-Staaten entsandten diese Woche auf Bitten Dänemarks Soldaten nach Grönland. Sie sollen Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheitslage der Insel zwischen Nordatlantik und Polarmeer erkunden, auch um US-Bedenken zu entkräften.

Trump reagierte äußerst wütend auf den Schritt. „Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland sind nach Grönland gereist, für unbekannte Zwecke“, schrieb er. Dies sei eine „sehr gefährliche Situation“ für die Sicherheit, den Schutz und das Überleben des Planeten.

Erkundungsmission der acht NATO-Länder in Grönland
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin sollen die deutschen Soldaten auf Grönland Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen. Es gehe um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern Deutschland mit seinen NATO-Partnern dazu beitragen könne, schilderte ein Sprecher. Das deutsche Team – 15 Männer und Frauen – besteht demnach aus Logistikern und Experten unterschiedlicher Bereiche. Es war am Freitag auf Grönland eingetroffen,

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