Die Grönland-Pläne von US-Präsident Donald Trump stellen womöglich das Verteidigungsbündnis NATO vor eine Zerreißprobe. Deutschland und weitere europäische Mitglieder wollen zeigen, dass sie sehr wohl für mehr Sicherheit auf der riesigen Arktisinsel sorgen können und haben sogenannte Erkundungsmissionen gestartet. Doch nicht alle NATO-Mitglieder finden Gefallen an der Mission „Arctic Endurance“.
Diese wird von Dänemark angeführt. Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande schicken Soldaten. Die Regierung in Washington zeigte sich von der Entsendung unbeeindruckt. „Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben“, sagte Trumps Regierungssprecherin Karoline Leavitt am Donnerstag.
Italien will keine Soldaten schicken
Doch offenbar sind selbst die europäischen NATO-Staaten nicht von den Maßnahmen überzeugt. Italien hat klargestellt, dass es keine Soldaten abstellen werde. Verteidigungsminister Guido Crosetto sprach am Freitag im Zusammenhang mit dem Vorhaben von einem „Witz“. „Ich frage mich, was sie dort tun sollen. Einen Ausflug machen? 15 Italiener, 15 Franzosen, 15 Deutsche: Das klingt für mich wie der Anfang eines Witzes. Ich bin dafür, eine Welt, die bereits zu sehr zersplittert ist, zu erweitern und nicht in Nationen aufzuteilen“, sagte Crosetti, der der Rechtspartei Fratelli d‘Italia von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni angehört.
Russland als Nutznießer des Streits?
Der Grönland-Streit könnte sich wiederum als Glücksfall für Russland erweisen. „Manche Russen hoffen, dass die US-Ansprüche die transatlantischen Beziehungen weiter spalten“, schrieb die Russland-Expertin Hanna Notte auf X. Moskau sehe den Grönland-Konflikt mit Schadenfreude und ahne eine günstige Gelegenheit in Sachen Ukraine. Die anderen Akteure seien abgelenkt. Der Außenpolitiker Grigori Karassin vom Föderationsrat in Moskau hoffte, dass „die paranoide politisch-militärische Unterstützung der ,Koalition der Willigen‘ für Wolodymyr Selenskyj in den Hintergrund rückt“.

Trump droht bei Widerstand mit Strafzöllen
Die eindeutigen Signale aus Grönland, Dänemark und der EU sind dem Weißen Haus aber offenbar vollkommen gleichgültig. Trump droht nun sogar Ländern, die sich seinem Besitzanspruch auf die Arktisinsel entgegenstellen, mit Strafzöllen.
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