„Land wiederaufbauen“

Venezuelas Öl: Trump will jahrelange Kontrolle

Außenpolitik
08.01.2026 14:20

US-Präsident Donald Trump will offenbar das venezolanische Erdölgeschäft über Jahre hinweg unter Kontrolle halten. „Wir werden es auf sehr gewinnbringende Weise wiederaufbauen“, sagte Trump am Donnerstag über Venezuela.

„Wir werden Öl nutzen, und wir werden Öl nehmen. Wir senken die Ölpreise und wir werden Venezuela Geld geben, das sie dringend brauchen“, erklärte der Republikaner gegenüber der „New York Times“ und verwies darauf, dass die Wiederbelebung der venezolanischen Ölindustrie womöglich Jahre dauern könnte.

Venezuela wird die Einnahmen aus seinen Öl-Geschäften mit den USA laut Trump nur in US-Produkte investieren. „Ich wurde gerade darüber informiert, dass Venezuela mit den Einnahmen aus unserem neuen Öl-Deal AUSSCHLIESSLICH in den USA hergestellte Produkte kaufen wird“, schrieb Trump am Mittwoch (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. Dazu gehörten unter anderem US-Agrarprodukte, Medikamente und medizinische Geräte.

„Sehr gute Sache“ für Venezolaner und Amerikaner
Auch Ausrüstung zur Verbesserung des venezolanischen Stromnetzes und der Energieanlagen gehörten dazu. Mit anderen Worten verpflichtet sich, mit den USA als Hauptpartner Geschäfte zu machen, schrieb Trump weiter und bezeichnete dies als eine kluge Entscheidung und eine „sehr gute Sache“ für die Menschen in Venezuela und den Vereinigten Staaten.

US-Präsident Donald Trump versichert: „Venezuela wird ausschließlich US-Prdoukte kaufen.“
US-Präsident Donald Trump versichert: „Venezuela wird ausschließlich US-Prdoukte kaufen.“(Bild: EPA)

Bereits am Dienstag hatte Trump gesagt, Venezuela werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel (je 159 Liter) an sanktioniertem Öl an die USA liefern. Er selbst werde die Einnahmen aus dem Verkauf des Öls kontrollieren – „zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten“. Venezuelas staatlicher Ölkonzern PDVSA bestätigte Gespräche mit den USA über den Verkauf von Erdöl.

US-Vizepräsident JD Vance sagte, dass Venezuela sein Öl nur dann verkaufen könne, wenn es den Interessen der Vereinigten Staaten dient. „Wir kontrollieren die Energieressourcen, und wir sagen dem Regime: Ihr dürft das Öl verkaufen, solange ihr Amerikas nationalem Interesse dient, ihr dürft es nicht verkaufen, wenn ihr Amerikas nationalem Interesse nicht dienen könnt“, sagte Vance in Auszügen aus einem Interview mit dem Sender Fox News, die vor der offiziellen Ausstrahlung veröffentlicht wurden.

Ölfirmen verlangen Garantien
US-Ölkonzerne forderten indes einem Medienbericht zufolge von der Regierung in Washington ernsthafte Garantien für umfangreiche Investitionen in Venezuela. Die Manager dringen auf starke rechtliche und finanzielle Absicherungen, bevor sie Kapital zusagen, wie die Zeitung „Financial Times“ berichtet. US-Präsident Trump drängt die Konzerne, in den südamerikanischen Ölsektor zu investieren. Am Freitag ist dazu ein Treffen im Weißen Haus geplant.

Das mit Venezuela verbündete Kuba steckt in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit dem Sieg der Revolution 1959. Oft fällt für 12 oder 14 Stunden am Tag der Strom aus, in den staatlich betriebenen Lebensmittelläden gibt es kaum Waren. Bisher erhält Kuba rund 35.000 Barrel venezolanischen Öls pro Tag für seine Energieproduktion oder den Weiterverkauf auf dem Weltmarkt.

Sollten die USA diese Lieferungen nun unterbinden, könnte die Wirtschaft auf der verarmten Karibikinsel vollends zusammenbrechen. „Kuba steht kurz davor, zu fallen“, sagte Trump kürzlich an Bord der Air Force One zu Journalisten. „Kuba hat kein Einkommen mehr. Alle ihre Einnahmen stammten aus venezolanischem Öl und jetzt bekommen sie keines mehr.“

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