„Gute Zusammenarbeit“

Trump sagt zweiten US-Angriff auf Venezuela ab

Außenpolitik
09.01.2026 12:03

Ein zweiter Angriff auf Venezuela ist laut US-Präsident Donald Trump vorerst abgesagt. Als Gründe nannte er unter anderem die Freilassung von politischen Gefangenen in dem südamerikanischen Land und die gute Zusammenarbeit der beiden Länder unter anderem bei der Öl- und Gasinfrastruktur. 

Gleichwohl würden nach Worten des 79-Jährigen alle Militärschiffe „aus Sicherheitsgründen“ vor Ort bleiben.

Trump will große Öl-Investitionen
Am Freitag will sich Trump nach eigenen Angaben mit der amerikanischen Öl-Industrie im Weißen Haus treffen. Ihm zufolge  seien von großen Ölkonzernen Investitionen in Höhe von „mindestens 100 Milliarden Dollar“ (85,11 Milliarden Euro) zu erwarten. Die venezolanische Öl- und Gasinfrastruktur solle „in einer wesentlich größeren, besseren und moderneren Form“, wiederaufgebaut werden, so Trump.

Nach dem ersten Militärschlag auf den Karibikstaat hatte Trump noch gesagt: „Wir sind darauf vorbereitet, eine zweite, deutlich größere Welle durchzuführen.“ Jedoch sagte er auch da bereits, dass diese wahrscheinlich nicht nötig sei, weil das US-Militär bei seiner Festnahme von Venezuelas Diktator Nicolás Maduro „so erfolgreich“ gewesen sei.

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Venezuela lässt eine große Zahl politischer Gefangener als Zeichen der ,Suche nach Frieden‘ frei.

Donald Trump

Freilassung der Gefangenen als Friedenssymbol
Der venezolanische Parlamentspräsident Jorge Rodríguez hatte am Donnerstag die Freilassung zahlreicher Häftlinge bekanntgegeben. Darunter waren der frühere Präsidentschaftskandidat Enrique Márquez und die prominente spanisch-venezolanische Aktivistin Rocío San Miguel. Venezuela lasse „eine große Zahl politischer Gefangener als Zeichen der ,Suche nach Frieden‘“ frei, schrieb Trump. 

Polizisten bewachen El Helicoide, das Hauptquartier des venezolanischen Geheimdienstes und ...
Polizisten bewachen El Helicoide, das Hauptquartier des venezolanischen Geheimdienstes und Haftanstalt in Caracas.(Bild: AP/Ariana Cubillos)

Maduro soll der Prozess gemacht werden
Am vergangenen Wochenende hatten US-Soldaten Maduro festgenommen und in die Vereinigten Staaten gebracht. Dort soll ihm wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. Seine Nachfolgerin Delcy Rodríguez gilt als treue Anhängerin und hat die Gefangennahme als völkerrechtswidrige Aggression verurteilt. Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war in den letzten Monaten eskaliert. Seit September hatte das US-Militär vor der Küste Venezuelas zahlreiche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten zusammengezogen.

Maduro und seine Ehefrau werden von Drogenbeamten abgeführt.
Maduro und seine Ehefrau werden von Drogenbeamten abgeführt.(Bild: EPA/Stringer)

Größten Ölreserven der Welt – Marode Industrie
Der US-Präsident hatte schon zuvor Ansprüche auf Einnahmen aus dem Export venezolanischen Öls angemeldet. Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik raffiniert werden kann – mehrere Raffinerien an der US-Golfküste sind darauf spezialisiert.

Trotz der enormen Reserven ist Venezuelas Ölindustrie marode. Die Förderung liegt mit rund 1,2 Millionen Barrel pro Tag deutlich unter dem Niveau von fast drei Millionen Barrel vor 20 Jahren. Dennoch ist Öl die wichtigste Devisenquelle des Landes. Der Wiederaufbau der maroden venezolanischen Ölindustrie dürfte nach Einschätzung von Experten Jahre dauern und Investitionen in Milliardenhöhe erfordern.

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