Blutige Proteste

Laut NGO über 3400 Demonstranten im Iran getötet

Ausland
14.01.2026 18:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Iranische Sicherheitskräfte haben nach Erkenntnissen der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) bisher mindestens 3428 Demonstrantinnen und Demonstranten getötet. Die Zahl beruhe auf Angaben aus dem iranischen Gesundheits- und dem Bildungsministerium, erklärte die Gruppe mit Sitz in Norwegen am Mittwoch. Mehr als 10.000 Menschen wurden laut IHR im Zuge der Massenproteste festgenommen.

Einwohner berichteten, in Teheran seien an vielen wichtigen Orten noch Polizisten und Sicherheitskräfte stationiert, jedoch nicht mehr in einem Ausmaß wie am vergangenen Wochenende. Auch Analysten, die das Protestgeschehen seit ihrem Beginn Ende Dezember dokumentieren, verzeichneten einen deutlichen Rückgang.

Am Dienstag wurden einer Analyse des amerikanischen Critical Threats Project (CTP) zufolge nur noch sieben Proteste in sechs Provinzen registriert. Das CTP wird von den in Washington ansässigen Denkfabriken Institute for the Study of War (ISW) und American Enterprise Institute betrieben.

Weltweit kam es zu Solidaritätskundgebungen wie hier in Berlin.
Weltweit kam es zu Solidaritätskundgebungen wie hier in Berlin.(Bild: AP/Ebrahim Noroozi)

  Am vergangenen Donnerstag hatte das CTP noch 156 Demonstrationen in 27 der 31 iranischen Provinzen gezählt. Der Bericht wies jedoch darauf hin, dass aufgrund der Internetsperre nur wenige Informationen nach außen gelangen. Es wurde aber auch die Intensität des Vorgehens gegen die Proteste als mutmaßlicher Auslöser für den Rückgang genannt: „Das Ausmaß an Brutalität könnte die Demonstrierenden entmutigen und die Häufigkeit der Protestaktivität verringern“, hieß es im Bericht von CPT.

USA ziehen vorsorglich Personal ab
Die USA bereiten sich nun offenbar auf mögliche iranische Angriffe in der Region vor und ziehen vorsorglich einen Teil ihres Personals von Stützpunkten ab. Das sagte ein Mitarbeiter der US-Regierung am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters unter der Bedingung, nicht namentlich genannt zu werden.

Zuvor hatte ein hochrangiger iranischer Regierungsmitarbeiter Reuters gesagt, die Islamische Republik habe Nachbarländer gewarnt, dass sie US-Stützpunkte angreifen werde, sollte der Iran Ziel von Militärschlägen der USA werden.

Trump droht Iran wegen Hinrichtungen
US-Präsident Donald Trump hat den Iran unterdessen vor der Hinrichtung festgenommener Demonstranten gewarnt und eine scharfe Reaktion der USA angedroht. „Wir werden sehr entschlossene Maßnahmen ergreifen, wenn sie so etwas tun“, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) in einem Interview mit dem Sender CBS News zu möglichen Hinrichtungen.

Im Iran gehen die Behörden brutal gegen eine Protestwelle vor, die sich vor mehr als zwei Wochen an der schlechten Wirtschaftslage entzündet hatte und mittlerweile zu einer Massenbewegung gegen die Regierung in Teheran geworden ist.

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