Greenpeace schlägt erneut Alarm und verfolgt neue Spuren des krebserregenden Materials Asbest in Niederösterreich. Ein Experte kritisiert zudem die bekannt gegebenen Grenzwerte.
Ausgangspunkt der Debatte in der Ostregion bleibt die Umgebung des Krankenhauses Oberwart im Burgenland. Dort wurden laut Messungen trotz kalten und nassen Winterwetters durchschnittlich 830 Asbestfasern pro Kubikmeter Außenluft festgestellt.
Fachmann ist entsetzt
Für den renommierten Umwelttoxikologen Dr. Norbert Weis ist das alarmierend. Offene Asbestbrocken an stark frequentierten Orten seien selbst für einen Experten kaum fassbar. „So etwas ist mir in meiner jahrzehntelangen Karriere noch nicht untergekommen“, warnt der Leiter des Bremer Umweltinstituts. Freigesetzte Fasern könnten nicht nur im Freien eingeatmet werden, sondern auch durch Lüften in Innenräume gelangen.
Ist Grenzwert zu hoch?
Besonders kritisch sieht Weis den von Behörden kommunizierten Richtwert von 1000 Fasern pro Kubikmeter. Aus seiner Sicht sollte der Grenzwert höchstens bei 500 liegen – also auf dem Niveau von Asbestsanierungen in Innenräumen. Mit steigenden Temperaturen droht laut Greenpeace eine zusätzliche Belastung. Trockene Böden und aufgewirbelter Staub könnten die Zahl der Fasern in der Luft deutlich erhöhen.
Gefährlicher Staub
Brisant: Im Raum Aspang in Niederösterreich wurde bereits im Dezember Streusplitt wegen möglicher Asbestbelastung zurückgerufen. Für Greenpeace ein Hinweis, dass die Problematik womöglich länger bekannt ist – und dass weitere belastete Materialien im Umlauf sein könnten.
Die Umweltschützer fordern daher volle Transparenz bei allen Messdaten und ein rasches Entfernen des Materials. Denn Asbest bleibt ein tückisches Gift: unsichtbar, langlebig – und im schlimmsten Fall erst Jahrzehnte später tödlich.
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