Der Feldkircher Schüler Luca Hirsch (11) ist jahrelang gemobbt worden. Seit der Fall publik geworden ist, erhält die Familie viel Unterstützung. Jüngst gab es eine ganz besondere Überraschung. Die „Krone“ war dabei.
Es ist Donnerstagabend. Am Hof der Familie Hirsch in Feldkirch warten Luca und seine Mama Sabine schon etwas nervös auf die angekündigte Überraschung. Kurz darauf sitzen sie gespannt am Tisch in der Stube und blicken auf das iPad, während sie der Videobotschaft von Präventionscoach Carsten Stahl aus Berlin lauschen.
Kampf gegen Mobbing als Lebensthema
Der Deutsche, der als Kind gemobbt wurde und dessen Sohn Jahre später in der Schule ebenfalls übel mitgespielt wurde, beschäftigt sich seit mehr als 13 Jahren intensiv mit dem Thema Mobbing. So ist er als Präventionscoach tätig und hat das Bündnis Kinderschutz ins Leben gerufen. Die Organisation lukriert Geld unter anderem über den Verkauf von rosa Toilettenpapier. „Voll für’n Arsch, aber für einen guten Zweck – so lautet der Slogan“, erzählt der hemdsärmelige Berliner mit einem Lachen.
Mobbing ist etwas, das man nicht totschweigen darf. Hier sollte man Haltung zeigen wie Luca und seine Mutter Sabine.
Carsten Stahl
Durch seine offene und unkomplizierte Art ist er nicht nur Luca, sondern auch dessen Mutter in den vergangenen Wochen eine große Hilfe gewesen. Er hat sich ihre Probleme angehört, sie in ihrem Tun bestärkt und motiviert, im Kampf gegen Mobbing eben nicht klein beizugeben.
Luca, der die Mittelschule Oberau in Feldkirch besucht, war lange Zeit den Attacken seiner Mitschüler ausgesetzt. Unter anderem wurde er in Social-Media-Gruppen als „Bauernbub“ beschimpft, der eine Behinderung habe. Erst nach Jahren fassten er und seine Mutter den Mut, sich mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu wenden.
Gelungene Überraschung vor dem Geburtstag
Carsten Stahl hat in seiner Videobotschaft eine besondere Überraschung parat. Nach den anstrengenden Tagen sollen die beiden eine Mutter-Kind-Kur antreten. Gesponsert wird der einwöchige Aufenthalt durch seine Stiftung. Noch ehe Stahls Videobotschaft zu Ende ist, laufen Tränen der Freude und der Dankbarkeit über die Wangen von Sabine. Ihr Sohnemann schließt sie fest in die Arme. Im Raum ist es still.
Als sich Sabine Hirsch später bei Carsten Stahl bedankt, sucht sie immer noch nach den passenden Worten: „Ich bin einfach nur sprachlos. Mein Mann steht zwar hinter mir im Raum, aber wenn du hier wärst, würde ich dich sofort umarmen.“ Groß ist die Freude auch bei Luca, der am heutigen Samstag seinen elften Geburtstag feiert. Stahls Überraschung im Vorfeld ist gelungen. Als Luca gefragt wird, ob es in die Berge oder ans Meer gehen soll, muss der junge Mann nicht lange überlegen. Er entscheidet sich schnell für das Meer.
Was das Drangsalieren in der Schule angeht, ist inzwischen Ruhe eingekehrt. Aufgrund der zahlreichen Anfragen anderer Eltern will sich seine Mutter aber weiterhin in Sachen Mobbing engagieren. Schließlich hat auch ihr Sohn sie darin bestärkt. „Jedes Kind hat das Recht, glücklich zu sein“, sagt Luca.
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