Mit 72 Haftplätzen

Jugendgefängnis in Wien kostete über 5 Mio. Euro

Wien
07.03.2026 09:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die kürzlich nach jahrelangen Verzögerungen in Vollbetrieb gegangene Jugendvollzugsanstalt Münnichplatz in Simmering hat mehr als fünf Millionen Euro verschlungen. Alleine 427.000 Euro wurden für die Ausstattung ausgegeben. Die Haftraumschlösser kosteten exakt 244.350,27 Euro – die Einrichtung ist nur für 72 Häftlinge vorgesehen.

Die Kosten gehen aus parlamentarischen Anfragebeantwortung durch Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) an die FPÖ hervor. Der Betrieb in der Sonderjustizanstalt Münnichplatz hatte sich über Jahre verzögert. Die baulichen Verzögerungen führten zu keinen Kostenerhöhungen für das Justizministerium, wurde in der Anfragebeantwortung festgehalten.

In den Zellen sind ein bis zwei Personen untergebracht.
In den Zellen sind ein bis zwei Personen untergebracht.(Bild: Mario Urbantschitsch)

Zahlreiche Lehrberufe zur Auswahl
Grundlage für die Konzeption und Umsetzung des neuen Jugendgefängnisses waren Empfehlungen einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe „Standards Jugendvollzug“, die auch Empfehlungen der Volksanwaltschaft berücksichtigte. Der Fokus wurde dabei auf Ausbildungs-, Therapie- und Beschäftigungskonzepte gerichtet. Die am Münnichplatz Inhaftierten haben etwa die Möglichkeit, eine Lehre zum Bäcker, Maler, Tischler, Maurer, Schlosser oder Spengler zu absolvieren.

Entsprechende Werkstätten sind ebenso vorhanden wie Klassenräume, um den Pflichtschulabschluss zu absolvieren bzw. nachzuholen, und eine sogenannte Kreativwerkstatt, die der Berufsfindung und -vorbereitung dient. In der Justizanstalt gibt es zwei Pflichtschulklassen mit jeweils zwei Lehrkräften, zwei Ergotherapeuten und zwei Trainerinnen für nicht schulpflichtige Insassen.

Elf Häftlinge auf der Flucht
Eine weitere Anfragebeantwortung gibt Aufschluss über Gefängnis-Ausbrüche und Entweichungen aus dem nicht-geschlossenen Bereich, etwa Nichtrückkehrer oder Häftlinge, die bei Transporten flüchten. Demnach kam es in den Jahren 2019 bis 2024 zu 17 Ausbrüchen aus geschlossenen Bereichen der Justizanstalten sowie 809 Entweichungen aus nicht-geschlossenen Bereichen der Gefängnisse, der Großteil entfiel mit 700 auf Nichtrückkehrer. Elf Personen befinden sich auf der Flucht.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt