Die Proteste im Iran halten weiter an. Mittlerweile wurden bereits 648 Menschen getötet, einige Quellen sprechen sogar von über 6000 Todesopfern. Auch US-Präsident Trump hat sich bereits eingemischt. Jetzt melden sich Medien aus mehreren Ländern zu den Massenprotesten zu Wort.
Das iranische Regime spürt zunehmenden Druck der Demonstranten. Donald Trump richtete indes eine eigene Warnung an die Führung. Laut amerikanischen Medien würde er verschiedene militärische Optionen in Erwägung ziehen. Die Londoner Zeitung „Independent“ schreibt dazu: „Der Präsident mag ja glauben, dass er die theokratische Führung Irans mit der Androhung nicht näher bezeichneter Vergeltungsmaßnahmen durch US-Streitkräfte davon abhalten kann, noch mehr Gewalt anzuwenden. Doch es ist in erster Linie Washington, das jetzt Zurückhaltung üben sollte. Eine US-Intervention wäre völlig unnötig und kontraproduktiv.“
Einmischung der USA würde Iran spalten
Eine solche Einmischung würde den Widerstand im Iran spalten und ein schlechtes Licht auf die USA werfen. Eine Bombardierung des Regimes könne unter Umständen dazu führen, dass die Regierungsmaschinerie und die Ölindustrie so weit zerstört werden, dass der Iran sich zwar selbst befreien, aber gleichzeitig auseinanderfallen würde. „Die Iraner verdienen es, dass der Westen sein Bestreben nach einem Regimewechsel teilt und bereit ist, bei der Stabilisierung und dem Wiederaufbau des Landes zu helfen. Vorerst liegt die Aufgabe, diese Gegenrevolution zu vollenden, jedoch beim iranischen Volk selbst.“, wie die Londoner Zeitung berichtet.
Demonstranten lassen sich von nichts abschrecken
„Iranische Regierungsvertreter warnen über die staatlichen Medien, dass jeder, der jetzt noch auf die Straße geht, ein legitimes Angriffsziel sei.“ Den Demonstranten könne sogar die Todesstrafe drohen. Doch selbst das würde viele Demonstranten, die genug haben von der wirtschaftlichen Notlage und der Unterdrückung durch Islamisten, nicht mehr abschrecken, berichtete die Amsterdamer Zeitung „De Telegraaf“. Zuletzt gingen Protestierende so weit, sich Zigaretten mit brennenden Fotos von Ayatollah Ali Khamenei anzuzünden.
„Militär steht weiterhin hinter dem Regime“
„Das bedeutet allerdings nicht, dass das Regime kurz vor dem Zusammenbruch steht. Obwohl seine ideologische Basis seit langem erodiert, hat es immer noch die Unterstützung einer beträchtlichen konservativen Minderheit. Außerdem wird es von der Revolutionsgarde aufrechterhalten.“ Das Militär stehe weiterhin hinter dem Regime, über Massenfluchten von Soldaten gebe es keine Berichte. „Ein Problem für die Demonstranten ist auch, dass es keine gut organisierte Opposition gibt.“
„Trumps Unterstützung könnte Mut machen“
„Die erklärte Unterstützung Trumps, mitsamt den üblichen Drohungen militärischen Handelns, und sogar die chirurgische Operation von Caracas, die diesen Drohungen neue Glaubwürdigkeit verleiht, dürften eine wichtige Rolle dabei gespielt haben, den Demonstranten Mut zu machen“, schreibt die römische Tageszeitung „Corriere della Sera“. Auch wenn das Regime stürzen würde, könnten die Proteste schlimme Folgen für die iranische Bevölkerung haben. „Und deshalb ist keineswegs gesagt, dass es nicht wieder so endet wie so viele andere Male: mit Morden, Hinrichtungen, Razzien, Repression.“
„Ayatollahs fürchten weiteren Schlag der USA“
„Die extremen Islamisten, die das Land de facto kontrollieren, (...) haben mit der gewohnten Brutalität reagiert und die Demonstranten beschuldigt, im Dienst ausländischer Agenten zu stehen“, schreibt die spanische Zeitung „El País“. Das würde die Schwäche des Regimes widerspiegeln. „Vor dem Hintergrund des US-Angriffs auf seine Atomanlagen im vergangenen Juni fürchten die Ayatollahs einen weiteren Schlag durch Washington oder Israel, um einen Regimewechsel zu erzwingen – eine Möglichkeit, die (US-Präsident) Donald Trump selbst Anfang des Monats ins Spiel brachte.“
„Iraner haben ein Recht, über ihre Zukunft zu entscheiden“
„Angesichts einer gespaltenen Opposition, die außer der Unzufriedenheit wenige gemeinsame Nenner hat, ist es schwer abzusehen, dass sich diese Proteste – wie schon die früheren – zu einer Bewegung formieren könnten, die das Regime zu Fall bringt.“ Die öffentliche Empörung zeige jedoch, dass der Iran einen tiefgreifenden Wandel braucht. „Die Iraner haben das Recht, über ihre eigene Zukunft zu entscheiden – ohne Vormünder und ohne Bevormundung. Weder von innen noch von außen.“
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