Am Dienstag war der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu Gast in Trumps Oval Office. Merz war der erste europäische Regierungschef, der seit Beginn des Iran-Kriegs im Weißen Haus empfangen wurde. Bei der Presserunde kam er jedoch kaum zu Wort – Trump hingegen brachte so manche aufsehenerregende Aussage.
Beim Treffen des deutschen Kanzlers und des US-Präsidenten schwärmte Trump zunächst von seinem „guten Freund“ Merz. Danach folgten viele Themen. Ausgiebig wurde natürlich über den Iran-Krieg gesprochen.
„Haben Israel wohl eher gezwungen“
Bei dem Treffen begründete Trump den Krieg erneut mit eigenen Sicherheitsinteressen – und nicht mit einer Entscheidung Israels. „Wenn überhaupt, dann habe ich Israel vielleicht unter Druck gesetzt. Aber Israel war bereit, und wir waren bereit“, sagte der US-Präsident. Er sei bereits während der Verhandlungen mit dem Iran sicher gewesen, dass Teheran zuerst angreifen werde. „Und ich wollte nicht, dass das passiert.“ Damit widersprach er dem, was US-Chefdiplomat Marco Rubio nur kurz zuvor gesagt hatte. Dieser meinte, Israel hätte die USA in den Konflikt hineingezogen.
Politischer Nachfolger im Iran auch für Trump unklar
Dann kamen die beiden auf die politische Nachfolge im Iran zu sprechen. Trump zufolge gebe es dafür derzeit keinen konkreten Plan. „Viele der Leute, die wir im Auge hatten, sind tot“, sagte der US-Präsident. Reza Pahlavi, der sich als Übergangsführer des Irans ins Spiel gebracht hat, scheint Trump nicht wirklich als eine Option zu sehen: „Jemand aus den eigenen Reihen, der gerade beliebt ist“ wäre ihm lieber – „falls es so jemanden überhaupt gibt.“
„Habe noch nie so viel Lob für etwas bekommen“
Gefragt nach den steigenden Öl- und Rohstoffpreisen durch die Hormuz-Blockade erklärte der US-Präsident, er habe noch nie so viel Lob für etwas bekommen, was er getan habe. Die „etwas höheren Ölpreise“ nehme er für da „große Ganze“ gerne in Kauf.
Auch Ukraine-Krieg „weit oben“ auf Trumps Prioritäten-Liste
Merz wies auch darauf hin, dass die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs nicht aus dem Blick geraten dürften. Laut Trump sei ihm der russische Krieg gegen die Ukraine weiterhin sehr wichtig. Es herrsche ein „enormer Hass“ zwischen dem russischen Präsidenten Putin und dessen ukrainischem Kollegen Wolodymyr Selenskyj. Trump gab allerdings auch zu, er sei überrascht gewesen, wie schwierig es gewesen sei, eine Lösung zur Beendigung des Krieges zu finden.
„Haben der Ukraine zu viele Waffen gegeben“
Aufhorchen ließ besonders ein Satz zum Ukraine-Krieg. Hier sagte der US-Präsident, sein Land habe „dummerweise“ viele Hightech-Waffen an die Ukraine gegeben, die man nun selbst gut gebrauchen könne. Sein Land hatte sich seit Längerem stark aus den Ukraine-Hilfen zurückgezogen.
Scharfe Kritik an London und Großbritannien
Trump hatte zuerst scharfe Kritik an Madrid und London geübt: „Spanien hat tatsächlich gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen.“ Und schließlich habe niemand das Recht, den USA vorzuschreiben, was sie zu tun oder zu lassen hätten. „Sie waren unfreundlich“, sagte Trump. Und deshalb habe er seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, „alle Deals“ mit Madrid einzustellen. „Ich bin ebenfalls nicht glücklich über das Vereinigte Königreich“, sagte der US-Präsident weiter. Großbritannien hatte den USA britischen Medien zufolge erst verweigert, Angriffe auf den Iran von britischen Stützpunkten durchzuführen.
Merz bei dem Treffen eher nur Statist
Danach ließ Trump ihn in der über 30-minütigen Presserunde kaum mehr zu Wort kommen. Und das, obwohl sich Journalisten mit ihren Fragen teils explizit an beide Männer wendeten. Selbst eine Frage zu Merz‘ China-Reise beantwortete kurzerhand Trump, nicht der Bundeskanzler.
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