Mit mehr als 250 Millionen verkauften Singles und Milliarden Streams gehört Jason Derulo zu den erfolgreichsten Pop- und R&B-Künstlern weltweit. Am Dienstagabend verwandelte er die Wiener Stadthalle mit seiner „The Last Dance – World Tour“ in einen Hexenkessel – inklusive Kreisch-Alarm und schweißtreibender sexy Tanz-Show. Vor dem Konzert durften wir den Superstar im Backstage-Bereich zum kurzen Talk treffen.
10.000 Fans, kreischende Stimmen, blinkende Armbänder und ein oberkörperfreier Superstar: Jason Derulo verwandelte die Wiener Stadthalle am Dienstag in eine einzige Tanzparty. „Shimmy shimmy yay, shimmy yay, shimmy ya – Swalla-la-la“ – das Publikum hatte offensichtlich große Lust auf eine sexy Jason-Derulo-Show. Vor zwei Jahren war der Weltstar zuletzt in Wien, auch heuer legte er mit seiner „The Last Dance – World Tour“ wieder einen Zwischenstopp in der österreichischen Hauptstadt ein, bevor es weiter in die Schweiz ging. Doch bevor es musikalisch losging, durften wir Derulo exklusiv backstage zum Interview treffen.
Als wir die Stadthalle betreten, haben sich bereits zahlreiche Fans versammelt – ein buntes Publikum aus Jung und Alt. Seit mehr als 15 Jahren ist Derulo fester Bestandteil der Pop- und R&B-Szene. Seine Songs sind energiegeladen, und selbst Menschen, die sonst wenig Berührungspunkte mit seiner Musik haben, kennen zumindest einen seiner Hits.
Backstage mit Jason Derulo
Im Backstagebereich warten wir gespannt auf den Frauenschwarm. „Er hat noch TikToks auf der Bühne und vor der Stadthalle gemacht“, erklärt uns der Veranstalter. Natürlich hat er das – auf TikTok ist der heute 36-Jährige äußerst aktiv. Viele Influencer verwenden seine Sounds, und in zahlreichen Videos taucht Derulo selbst auf. Als er schließlich den Raum betritt, ist es so weit. Und natürlich erscheint er in einem auffälligen Look: eine lange schwarze Lederjacke, die ein wenig an den Stil von Michael Jackson erinnert, vorne offen – der durchtrainierte Oberkörper muss natürlich zur Schau gestellt werden – dazu eine schlichte schwarze Stoffhose. „Hey, freut mich, dich kennenzulernen“, sagt er mit einem sympathischen Lächeln. In der Hand hält er ein Kokosnussgetränk – wie sich später herausstellt, ein fixer Bestandteil seiner Tourroutine.
Seine bisherigen Shows der „The Last Dance“-Tour sind bekannt für einen Mix aus Hits, spektakulären Tanzeinlagen und aufwendiger Bühnenshow. Trotzdem wollten wir genauer wissen, was das Wiener Publikum erwartet.„Die Show heute Abend ist extrem energiegeladen“, erzählt er. „Sie ist voller intensiver Tanz-Performances. Einige der weltweit besten Tänzer sind mit mir auf der Bühne – und ihr bekommt natürlich all die Hits, die ihr kennt und liebt. Es ist wie eine emotionale Reise mit Höhen und Tiefen.“ Eigentlich sollte das Konzert um 20.30 Uhr beginnen. Doch kurz vor 21 Uhr ist noch immer nichts passiert. DJ Sincere und auch die Vorband LZ7 sorgen zwar kurz für Stimmung, doch der Hauptact lässt auf sich warten.
Vielleicht benötigte der Sänger ja noch einen kurzen Powernap. Denn wie wir im Gespräch erfahren, ist Schlaf für ihn auf Tour besonders wichtig – so wichtig, dass er Wien dieses Mal regelrecht verschlafen hat. Auf die Frage, ob er hier etwas unternehmen oder sich die Stadt ansehen konnte, antwortet er ehrlich: „Die Tour besteht im Moment wirklich nur aus Show nach Show. Ich verbringe die meisten Tage damit zu schlafen.“
Hitfeuerwerk und spektakuläre Tanzshow
Ein paar Minuten vor neun beginnt schließlich das Intro. Auf drei großen Videowänden startet eine Inszenierung, während vier Tänzer in weißen, kittelähnlichen Outfits auf der Bühne erscheinen. Zwei Frauen stehen zudem in einer Art elektrischer Telefonzelle. Mit dem Song „Sexy For Me“ betritt Derulo schließlich selbst die Bühne – begleitet von Pyrotechnik und einer ganzen Reihe Tänzerinnen und Tänzer. Auch hier trägt er wieder Leder und lässt seinen fitten Body nicht lange unter der Jacke verschwinden.
Beim zweiten Song beginnen die LED-Armbänder im Publikum zu leuchten – offenbar Teil jedes Tickets. Besonders bei dem Superhit „Wiggle“ blinken sie im Takt. Und nicht nur sie: Auch die Tänzerinnen sorgen mit ihren Choreografien für ordentlich Bewegung auf der Bühne. Apropos Tänzer: Die sind tatsächlich beeindruckend. Derulo hat also nicht zu viel versprochen. Er hat einige der weltweit besten Tänzer mitgebracht – darunter Laurent und Larry Nicolas Bourgeois (37), besser bekannt als Les Twins, die sonst auch für Beyoncé tanzen. Dann richtet er sich endlich direkt ans Publikum:
„Vienna, what’s up?“ In einer emotionalen Rede bedankt er sich bei den Fans und fragt: „Gibt es hier Leute, die mich schon seit dem Anfang begleiten – seit 2009?“ Danach fügt er hinzu, dass es wohl Zeit sei, „wieder zum Anfang zurückzugehen“, bevor er mit seinem frühen Hit „Whatcha Say“ wirklich in die Anfangszeit seiner Karriere zurückkehrt.
Ein emotionaler „Derulo-Jungle“
Bei „Marry Me“ wird es emotional. Das Publikum singt laut mit und kreischt – vermutlich sowohl wegen seines Outfits als auch wegen seines Gesangs. Hier zeigt er nämlich, dass er auch die hohen Töne problemlos trifft.
Kurz darauf verändert sich das Bühnenbild erneut: Auf der LED-Wand erscheint der Schriftzug „Derulo Jungle“, während die Tänzer das gesamte Bühnenbild dominieren – bis Derulo schließlich in einem auffälligen Leopardenmantel zurückkehrt. „Vienna, are you ready to party?“, ruft er und heizt dem Publikum weiter ein.
Bei Hits wie „Swalla“, „Tip Toe“, „Ridin’ Solo“ – bei dem er kurz erzählt, dass er den Song 2010 geschrieben hat, nachdem ihm das Herz gebrochen wurde – sowie „Savage Love“ und „Talk Dirty“ verwandelt sich die Stadthalle endgültig in eine große Ü20-Party. Besonders bei „Savage Love“ wird es kurz magisch: Seifenblasen schweben durch die Halle, während Tausende Fans laut mitsingen. Nach etwa einer Stunde folgt schließlich der Moment, auf den viele gewartet haben. Aus den Boxen schallt der berühmte Ruf durch die Stadthalle:„Jaaason Deruuulooo!“ – und selbst der Sänger feiert das mit weiteren feurigenTanzmoves.
Auf die Kokosnuss gekommen
Bereits im Backstage-Gespräch hatte der Sänger erklärt, wie er diese Energie jeden Abend aufbringen kann: „Schlaf ist unglaublich wichtig. Wenn man jeden Abend auf diesem Level performen will, muss man ausgeruht und gesund sein. Deshalb trinke ich auf Tour kaum Alkohol und mache außerhalb der Shows auch nichts Verrücktes.“ Den gesunden Lifestyle merkt man ihm an. Auch seine Ernährung ist entsprechend diszipliniert: Sein Lieblings-Pre-Show-Snack besteht aus Kokosnusswasser, Datteln und gemischten Nüssen.
Dass er trotz der intensiven Show immer noch so viel Power auf der Bühne hat, erklärte Derulo bereits im Backstage-Gespräch: „Ich liebe es einfach. Es ist meine Leidenschaft. Selbst wenn ich nicht dafür bezahlt werden würde, würde ich es trotzdem tun. Es ist einfach das, was ich am liebsten auf der Welt mache.“
Zwischen den Songs wird der Sänger auf der Bühne kurz nachdenklich. Er erzählt dem Publikum eine Geschichte über Menschen, die mehrere Tage in völliger Dunkelheit verbringen mussten. Dafür verlässt er sogar kurz die Bühne und mischt sich unter die Fans in den vorderen Reihen. „Wenn sie danach wieder das Sonnenlicht sehen, sind sie plötzlich unglaublich dankbar für die einfachen Dinge im Leben“, erklärt er. Man müsse nicht immer nach immer mehr streben – manchmal reiche schon ein Sonnenuntergang oder der Blick in das Gesicht eines geliebten Menschen. „Ich bin unglaublich dankbar für euch heute Abend“, sagt er schließlich zum Publikum. „Danke, dass ihr hier seid.“
Immer wieder wechseln Bühnenbilder und Outfits. Mal steht Derulo im eleganten Anzug auf der Bühne, mal wieder oberkörperfrei – während auch seine Tänzer immer neue Looks präsentieren. Beim Song „Trumpets“ regnet es schließlich rotes Lametta von der Decke, während alle weiterhin laut mitsingen. Das große Finale folgt mit „Talk Dirty“ – begleitet von Konfetti, Rauchpistolen, seiner leicht bekleideten Tanzcrew und einem erneut oberkörperfreien Jason Derulo.
Zum Abschluss sorgt er dann noch für einen besonderen Moment und singt noch ein Mädchen aus dem Publikum direkt an, beugt sich zu ihr hinunter und singt sogar auf Deutsch statt auf Englisch: „Ich liebe dich.“ Die junge Frau kann ihr Glück kaum fassen.
Fazit:
„The Last Dance“ ist eine spektakuläre Tanzshow, wie der Name schon verrät. Dass Derulo einige der weltweit besten Tänzer auf der Bühne hat, wird vom ersten Moment an bildlich klar – teilweise stehlen sie ihm aber obendrein kurz die Show. Gesang steht dabei nicht immer im Mittelpunkt, dafür umso mehr Entertainment, Choreografie und Party-Stimmung. Selbst nach 17 Jahren, weiß „Jasoon Derullooo“ wie er ein einfaches Konzert in eine riesige Ü20-Party verwandelt.
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