Amerika den Amerikanern. Was war das, was wird das? US-Präsident Donald Trump hat seinen venezolanischen (Ex-)Amtskollegen, den linken Desperado Nicolás Maduro gekidnappt und nach New York bringen lassen. In den USA will man ihm den Prozess machen. Nun ist wieder die Rede von der Monroe-Doktrin aus dem Jahr 1823, als der damalige US-Präsident James Monroe „Amerika den Amerikanern“ proklamierte. „Krone“-Historikerin Dr. Martina Winkelhofer erinnert in unserer heutigen Ausgabe an diese Doktrin samt ihrem Roosevelt-Zusatz aus dem Jahr 1904, als Präsident Theodor Roosevelt den Vereinigten Staaten ein für alle Mal die Rolle des Schiedsrichters in Lateinamerika zuwies – damals aus dem Anlassfall Venezuela, wo sich Großbritannien, das Deutsche Reich und Italien versucht hatten, festzusetzen. Donald Trump wäre freilich nicht Donald Trump, wenn er sich nur schlicht auf eine vor mehr als 200 Jahren formulierte Doktrin mit einem mehr als 120 Jahre alten Zusatz berufen würde …
Europa den Europäern? „Präsident Donald Trump hatte es wirklich so gesagt: Als er bei seiner Siegespressekonferenz die Monroe-Doktrin erwähnte, nannte er sie bewusst die Donroe-Doktrin“ – darauf weist heute „Krone“-Außenpolitik-Doyen Kurt Seinitz in seinem Kommentar hin. Donald Trump nenne „den Anspruch auf gehorsame Regime in Amerika also die Donroe-Doktrin“, Amerikas Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre, so der US-Präsident, solle niemals mehr in Zweifel gezogen werden, schreibt Seinitz, während Innenpolitik-Kommentator Claus Pándi auf das fatale Bild, das Europa - auch – in dieser Angelegenheit abgibt, hinweist. Er erinnert an die Neujahrsansprache von Bundespräsident Van der Bellen, in der dieser „Europa-Patriotismus“ gefordert hatte. Das sei rührend, denn dummerweise, schreibt unser Autor, „trat kurz nach Van der Bellens Appell der Testfall für die EU ein“. Die „Wild-West-Show von Sheriff Donald in Venezuela“ habe Brüssel auf dem falschen Fuß erwischt. Die Reaktionen fallen schwach aus – es wolle doch „keiner Wickel mit Trump riskieren“. Pándi meint, der Bundespräsident habe irgendwie recht: „Europa muss man einfach lieb haben, weil die EU tut wirklich einem etwas.“ Tja, Amerika den Amerikanern. Aber gilt überhaupt noch: Europa den Europäern?
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