Porgy & Bess

„Stucky Fingers“ als aufmüpfige Rockparaphrase

Kultur
05.01.2026 12:27

Bei ihrem 31. Gastspiel im Wiener Porgy & Bess widmete sich die amerikanisch-schweizerische Musikerin und Performerin Erika Stucky mit aktuellem Trio dem relativ frühen Rock der Rolling Stones. Frisch aufgemischt und mit schwarz-bunter Ironie.

Sexy, rockig, wild und aufmüpfig serviert Erika Stucky ihr Programm, für das sie kurzerhand das legendäre Original der 70er Jahre in „Stucky Fingers“ umtaufte und ihre „Stucky Ausdünstungen“ einbrannte. Dem britischen Ursprung der Vorlage entsprechend, war für sie klar: „I need Brits.“ Also unterstützen und inspirieren nun Paul Cuddeford mit unglaublich mitreißendem E-Gitarrenspiel und Terry Edwards nicht minder grandios an Gitarre, E-Bass, Pocket-Trumpet und weiteren Instrumenten. Und Frau Stucky fetzt mit bewährt variabler Stimmgewalt durch „Bitch“, steckt zu „Brown Sugar“ den Strahlenkranz ins Haar und führt mit teuflischem Gelächter zur Neudeutung.

Britische Inspiration für „Sticky Fingers“: Terry Edwards, Erika Stucky und Paul Cuddeford
Britische Inspiration für „Sticky Fingers“: Terry Edwards, Erika Stucky und Paul Cuddeford(Bild: © Mirco Taliercio)

Witz und Kante statt Machogehabe
Das Album der Rolling Stones mit dem Titel „Sticky Fingers“ aus dem Jahr 1971 war jenes mit dem von Andy Warhol gestalteten Plattencover mit dem Reißverschluss und heute teils recht fragwürdigen Macho-Texten. Mit Witz und Selbstbewusstsein überschrieben, fügen sich die Stucky-Dichtungen nun prachtvoll kantig in den Sound. Die melodischen Balladen wie „Wild Horses“, „Dark Flowers“ oder „Moonlight Mile“ zeigen ihre skurrilen Seiten mit einem Spaziergang durch das Stucky‘sche Wunderland und kippen leichtfüßig in mehr oder weniger lange zurückliegende Popsongs, suchen Schutz beim Beatles-Klassiker „Help!“ oder machen mit „Sister Morphine“ Kurzbesuch beim Zirkus Knie.

Mit Akkordeon, Kinderflöte, digitaler Erweiterung und den selbstgedrehten Super-8-Filmen im Bühnenhintergrund webt Stucky ihr Universum – und erscheint mit dem Strahlenkranz im Schattenspiel wie eine etwas zerrupfte Freiheitsstatue. Für Mick Jagger gibt's dann noch einen eigenen „Gockelsong“. Sehr charmant, wohltuend bissig und mit ansteckender Freude – immer wieder ein Fest!

Verena Kienast

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