Servus, Buzihütte!

Kult-Gasthaus schließt nach sechs Jahrzehnten

Tirol
05.01.2026 13:35
Porträt von Samuel Thurner
Porträt von Anna Unterleitner
Von Samuel Thurner und Anna Unterleitner

Ein weiteres Traditions-Gasthaus schließt in Innsbruck seine Tore. Das Aus für die „Buzihütte“ schmerzt dabei nicht nur die Inhaber, sondern auch die Gäste der Kultstätte. Vor allem die legendäre „Eiterbeule“ – die Spezialität des Hauses – werden viele Liebhaber vermissen.

Es ist das Ende einer Tiroler Gastro-Legende: Die beliebte „Buzihütte“ hoch über Innsbruck schließt mit 12. Jänner endgültig ihre Tore. Für Stammgäste, Wanderer und Generationen von Besuchern ist es ein Abschied, der schmerzt.

„Ich habe gestern die letzte Eiterbeule gegessen – wie immer super lecker“, trauert Stammgast Robert um den Verlust seines Lieblingsgerichts – ein mit Käse, Wurst und einigen Geheimzutaten gefülltes Schnitzel. „Echt schade, dass die Buzihütte schließt. Danke für alles!“, schreibt er enttäuscht auf einer Rezensionsplattform.

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Die Buzihütte ist mein Zuhause, mein Leben.

Wirtin Karoline Pilz-Strauss

Seit mehr als 60 Jahren ist die urige Hütte fester Bestandteil in der Region.
Seit mehr als 60 Jahren ist die urige Hütte fester Bestandteil in der Region.(Bild: Johanna Birbaumer)

„Eine Ära geht zu Ende“
Für Betreiberin Karoline Pilz-Strauss ist die Schließung ein wehmütiger Schritt, der ihr „Tränen in die Augen“ treibt. Mehr als 40 Jahre stand sie Tag für Tag in ihrem Gasthaus, das längst mehr als nur ein Arbeitsplatz war. „Die Buzihütte ist mein Zuhause, mein Leben“, sagt sie im Gespräch mit der „Krone“. Doch die Belastung wurde zuletzt zu groß – das Alter, die jahrelange körperlich-anstrengende Arbeit und vor allem der akute Personalmangel, der sie und ihren Mann dazu zwangen, fast alles alleine zu stemmen.

Mit 12. Jänner 2026 ist das Traditions-Gasthaus nun Geschichte.
Mit 12. Jänner 2026 ist das Traditions-Gasthaus nun Geschichte.(Bild: Johanna Birbaumer)

Hinzu kommt eine Entwicklung, die sie besonders trifft: Kritik werde immer öfter anonym im Internet geäußert, statt in einem Gespräch direkt vor Ort. „Die Wertschätzung ist einfach nicht mehr so, wie sie mal war“, sagt Pilz-Strauss. Am Ende sei dann der Wunsch geblieben, „auch noch etwas von ihrem eigenen Leben zu haben“.

Keine Weiterverpachtung geplant
Die Entscheidung fiel schwer – sehr schwer. „Ich habe mich selbst nie in den Vordergrund gestellt, mir war immer die Buzihütte am wichtigsten“, betont Pilz-Strauss. Der jahrzehntelange Erfolg der urigen Hütte gebe ihr auch recht. Eine Weiterverpachtung schließt sie aus: Ihr Zuhause wolle sie niemandem überlassen.

Zum Abschied wurde noch einmal vorweihnachtlich gefeiert – mit vertrauten Gesichtern, herzlichen Gesprächen und einem Rückblick auf die vergangenen Jahre.

Mit der Schließung der „Buzihütte“ geht nicht nur ein Gasthaus, sondern ein Stück Tiroler Wirtshauskultur verloren. Innsbruck verliert damit ein Stück seiner Seele.

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