2025 war ein Jahr voller Überraschungen, da sind sich auch die „Krone“-Kolumnisten und Chefredakteur Klaus Herrmann einig. Lesen Sie hier, was sie sich für das kommende Jahr erhoffen und erwünschen.
Wie war 2025 für Sie? Hoffentlich so wie für die Hälfte der Österreicher ein „zumindest ziemlich gutes Jahr“. Zu diesem Ergebnis kommt das IMAS-Institut, das bereits seit den frühen 70er-Jahren seine Meinungsforscher eine Neujahrsmessung erstellen lässt, um dabei zu erfahren, was sich die Österreicher vom jeweils kommenden Jahr versprechen.
Und da sind die Erwartungen für das heute beginnende Jahr 2026 unterdurchschnittlich. Der skeptische Blick, so wurde gemessen, sei nun seit fünf Jahren konstant hoch. Von „unterkühltem Optimismus“ ist die Rede. Wen wundert’s?
Diese eher pessimistische Stimmung teilen weitgehend auch die sieben Kolumnisten der „Krone“, deren Ausblick auf 2026 man heute in der ersten Ausgabe der „Kronen Zeitung“ des neuen Jahres lesen kann. Ein hoffnungsarmer Jahresbeginn also? Nein.
Die Meinungsforscher lesen aus den Antworten der Österreicher wenigstens auch heraus, dass die „Talsohle der Zuversicht durchschritten ist“. Zudem kommen sie zum Schluss, dass die Sorgen der Menschen im Land im Vergleich der letzten Jahre geringer werden. Darauf lässt sich aufbauen. Wünschen wir uns und unserem Land, dass die Sorgen weiter abnehmen und in zwölf Monaten mehr als die Hälfte der Österreicher sagen kann, 2026 war ein ziemlich gutes Jahr.
2026 steht im Zeichen des Merkur. Planet der Wirtschaft, des Denkens und des Handelns. Die Sterne stehen also bestens für Bewegung und Veränderung.
Das Licht am Ende des Tunnels ist noch nicht sichtbar. Erst müssen wir da noch durch, Österreich wieder auf Kurs bringen. Geopolitisch münden die laufenden Verhandlungen hoffentlich in einen Frieden.
Merkur ist auch der Gott der Kommunikation. Schluss also mit hohlen Phrasen und falschen Versprechungen. Stattdessen ehrlich benennen, was Sache ist. Über alles reden und schreiben. Weil es das ist, was uns weiterbringt. Und irgendwann ans Ziel.
Die Weltpolitik spricht vom Krieg – in Kiew, in Moskau, in Washington, in Brüssel. Und ein solcher wäre 2026 apokalyptischer als 1914 und 1939. Vielleicht aber schenkt Gott den alten Herren – Putin (74), Trump (80), Merz (71), Xi Jinping (73) – die Einsicht, dass 2026 ein Jahr des Friedens werden sollte.
Die Innenpolitik spricht von Reformen – die Regierungsparteien bringen aber solche nicht zustande. Damit droht das Land ökonomisch in Resignation, Depression und Inflation zu versinken. Vielleicht schenkt Gott also auch der heimischen Politik die Einsicht, dass 2026 eine politische Wende kommen muss.
Der Ukraine-Krieg dominiert noch immer die Schlagzeilen, der wirtschaftliche Aufschwung hält sich in Grenzen, die Teuerung setzt zu, die Politik kämpft gegen ein katastrophales Image. Es wurde schon mehr gelacht – umso mehr rückt 2026 der Sport in den Mittelpunkt.
Nach den Skifesten im Jänner in Kitzbühel und Schladming geht es im Februar mit den Winterspielen weiter, im Sommer übernimmt die Fußball-WM das Kommando. Der Sport verbindet, Siege lösen ein Wir-Gefühl aus, umso mehr lechzt Österreich nach Sternstunden, die in dieser turbulenten Zeit noch höher einzuschätzen sind.
Trotz allem: Zuversicht braucht das neue Jahr. Nein, man muss sich von den Autoritären nicht alles gefallen lassen, auch wenn sie weltweit im Vormarsch sind und die politische Mitte schwer unter Druck geraten ist.
Noch haben Wähler die Chance, Weichen in die andere Richtung zu stellen. 2026 ist ein wichtiges Wahljahr. Aufgerufen sind zum Beispiel die Staatsbürger in den USA, in Ungarn oder in Israel. Sie können über ihre Länder hinaus auch über das Weltgeschehen entscheiden.
Macht braucht Kontrolle. Putins Kriegskurs zeigt, was passiert, wenn Kontrolle verloren gegangen ist.
Die Gegenwart macht es einem wirklich nicht leicht, viel von der Zukunft zu erwarten. Aber die Zukunft ist kein Ereignis, das einfach auf uns zukommt, sie ist eine Aufgabe. Eine, an der wir alle teilnehmen können, auch wenn sich die Machtlosigkeit stärker anfühlt. Weigern wir uns, die Hoffnung aufzugeben! Als Akt des Widerstands gegen Resignation und Mutlosigkeit. Gegen reaktionäre Kräfte, die Zukunftsängste schüren, um Gesellschaften zu schwächen. Gegen jene, die die Zukunft der Welt opfern, um sich die Gegenwart bequemer zu machen.
2026 wird sicher kein leichtes Jahr. Starten wir es trotzdem voller Hoffnung.
Wirtschaftlich setzt Österreich noch nicht zum Sprung vorwärts an. Bestenfalls wird ein laues Lüfterl wehen.
Auf der EU-Bühne bleibt Österreich unsichtbar. Das ist unsexy, hat aber Vorteile.
Beim Klima wird es wieder laufen wie bei der Migration: große Worte, kleine Taten.
Bis lustigere Zeiten kommen, kann über die Koalition gemault werden. Neuwahlen sind keine Alternative. Bei dem verfügbaren politischen Personal wäre keine bessere Regierung zu erwarten.
Fazit: 2026 wird ziemlich ähnlich laufen wie 2025.
In den letzten Monaten des Jahres werden sich aber die Nebel lichten. So kann dann mit Klarheit der Blick auf 2027 gerichtet werden.
Während 2026 baut sich ein El-Nino-Phänomen auf, sodass die Temperatur nach einem eher kalten Winter ansteigt und 2027 ein neuer Temperaturrekord droht. Da die Temperatur in Österreich schneller steigt als im globalen Mittel, können wir uns auf Extreme gefasst machen:
Temperaturen über 40° C in Österreich sind schon überfällig. Als ob diese Klimaentwicklung nicht problematisch genug wäre, steht zu befürchten, dass Europa sich in eine Kriegssituation manövriert, die sinnvolle Klimaschutz- und -anpassungsmaßnahmen in den Hintergrund drängt. Aber Frieden, Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind untrennbar miteinander verbunden.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.