
Am Donnerstag war die Staatsoper wieder eine perfekte Bühne. Österreich hat sich der Welt auf höchstem Niveau charmant und weltoffen präsentiert. Auch ich habe, wie viele Unternehmer, die bezaubernde Philharmonie dieses Abends wahrgenommen. Umso mehr erschreckt mich, wie verschwenderisch unsere politische Elite mit diesem Staatsball umgeht.
Gerade jetzt, wo sich die Welt nach Frieden sehnt, versagen unsere Volksvertreter auf der internationalen Bühne. Anstatt sich auf dem diplomatischen Parkett der Staatsoper zu bewegen, glänzten der Bundeskanzler und sämtliche Minister durch Abwesenheit. Jene, die dem Staatsball die Ehre gaben, bewiesen kaum Taktgefühl.
Ein Bundespräsident, der keinen Staatsgast zum Opernball lädt, vergibt eine Chance. Der Rahmen war bereitet und bezahlt, allein die Plätze blieben leer. Selbst der Vizekanzler, der – welch noble Geste – einem Jugendfreund den Ballbesuch ermöglichte, hätte keinen großen Mehraufwand verursacht, hätte er einen Staatsgast geladen.
Da fragt man sich dann kopfschüttelnd, warum die Außenministerin eigens eine teure Loge mietete, wo die Regierungsloge doch ohnehin die meiste Zeit unterbesetzt war. Verschwiegen wird auch, was aus der Einladung an den US-Außenminister wurde, für die unsere Außenministerin im Juli extra einen aufwendigen Staatsbesuch in Washington absolvierte.
De facto scheinen die Lackschuhe früherer Spitzenpolitiker aktuellen Volksvertretern zu groß. Kein Wunder, dass manche aus dem Takt geraten.
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