Kanadas Premierminister Mark Carney hat einen milliardenschweren Plan für die Verteidigungsindustrie vorgestellt, der die Armee stärken und die Abhängigkeit von den USA verringern soll. Man könne sich nicht mehr „auf andere verlassen“, sagte der Premierminister am Dienstag.
Kanada habe sich beim Schutz des Landes sehr lange „zu sehr auf unsere geografische Lage und andere verlassen“, sagte Carney am Dienstag. „Dies hat zu einer Verletzlichkeit geführt, die wir uns nicht mehr leisten können, und zu Abhängigkeiten, die wir nicht mehr aufrechterhalten können“, fügte er hinzu.
Hunderte Milliarden für die Rüstungsindustrie
Carneys Büro erklärte, die neue Verteidigungsstrategie sehe über eine halbe Billion kanadische Dollar (rund 308 Milliarden Euro) „für die Sicherheit, den wirtschaftlichen Wohlstand und die Souveränität Kanadas“ vor. 180 Milliarden Dollar würden in Beschaffungsmaßnahmen im Verteidigungsbereich und 290 Milliarden Dollar in öffentliche Investitionen im Zusammenhang mit Verteidigung in den kommenden zehn Jahren fließen. Außerdem sollen durch die neue Strategie 125.000 hochbezahlte Arbeitsplätze geschaffen werden.
Der Plan sehe eine Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit zu Lande, zu Wasser und in der Luft vor, sagte Carney. „Die Welt hat sich verändert, also muss sich auch Kanada verändern“, ergänzte er.
Laute Kritik an Trump
Carney gehört zu den internationalen Stimmen, die die Regierung von US-Präsident Donald Trump scharf kritisieren. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im vergangenen Monat hatte er erklärt, Trump habe einen „Bruch“ in der regelbasierten Weltordnung ausgelöst.
Am Dienstag ging Carney nun auf die Rede von US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz in der vergangenen Woche ein und konstatierte eine wachsende Kluft zwischen den Werten der USA und Kanadas.
Nach der Vorstellung des Verteidigungsplans sagte Carney vor Journalisten – ohne danach gefragt worden zu sein – mit Blick auf Äußerungen Rubios zu einem „christlichen Nationalismus“ in den USA: „Der kanadische Nationalismus ist ein ziviler Nationalismus“, und der Auftrag seiner Regierung sei es, die Rechte aller Menschen in einem riesigen und vielfältigen Land zu verteidigen.
In München hatte Rubio betont, die „westliche Zivilisation“ werde durch „den christlichen Glauben, die Kultur, das Erbe, die Sprache, die Abstammung und die Opfer unserer Vorfahren“ definiert.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.