Zuschauer muss helfen

Für den Sensationssieger fand sich keine Flagge

Ski Alpin
20.12.2025 09:01

Die Saslong in Gröden ist die größte Bühne für Überraschungen im Herren-Zirkus. Beim Super-G gab’s erstmals einen Tschechen-Sieg.

Wundertüte Gröden. Dort, wo noch immer der Liechtensteiner Markus Foser den Weltrekord für Siege mit hoher Startnummer hält (1993 mit der 66), spuckte der Sensations-Wurlitzer erneut ein kleines Ski-Wunder aus: Der Tscheche Jan Zabystran (27) holte im Super-G auf der Saslong nicht nur den ersten Weltcupsieg für sich, sondern auch den ersten Herren-Erfolg in der höchsten Skiklasse für seine Nation und schaffte ebenso die Männer-Premiere auf dem höchsten Treppchen für die ehemalige Vorarlberger Skimarke Kästle seit der Übernahme 2018 durch den Milliardär Tomas Nemec. Der im Zielraum übrigens völlig verzückt die Ski seines Lieblings versorgte. Ein Milliardär als Servicemann.

Jan Zabystran (r.) ließ sogar Marco Odermatt (l.) hinter sich.
Jan Zabystran (r.) ließ sogar Marco Odermatt (l.) hinter sich.(Bild: Christof Birbaumer)

Jan hatte mit Startnummer 29 die Fahrt von Marco Odermatt (Nummer 8) am Start im TV beobachtet und sich gedacht: „Das war ziemlich perfekt. Wenn ich im Ziel zwei Sekunden langsamer bin, ist das okay.“

Als ihn dann jubelnde Fans im Ziel empfingen, glaubte Zabystran an einen Top-10-Platz – erst als er sich umdrehte und erstmals in seiner Karriere das grüne Licht sah, wurde ihm die Sensation bewusst. „Guter Lauf“, lobte ihn dann noch Odermatt. „Und wenn das der beste Skifahrer der Welt zu dir sagt, ist das ziemlich nett“, grinste Jan.

„Saunetter Typ
Der Tscheche ist seit 2024 mit den deutschen Abfahrern unterwegs. Der Ex-Österreicher Romed Baumann schilderte den „Legionär“ als Bereicherung: „Er fährt brutal sauber Ski, ist ein toller, ruhiger Typ. Ein idealer Sparringpartner.“ Auch Daniel Hemetsberger kennt Jan von gemeinsamen Trainings: „Ein saunetter Typ, der supergeil Ski fährt. Ich hatte den schon auf der Liste.“

Daniel Hemetsberger gratulierte.
Daniel Hemetsberger gratulierte.(Bild: Christof Birbaumer)

Nur der Veranstalter war von der Sensation richtig überrascht: Für die Siegerehrung war keine tschechische Flagge zu finden, erst ein Zuschauer half aus der Bredouille.

Die Österreicher fuhren nach der Abfahrts-Pleite am Donnerstag (14. Stefan Babinsky) erneut am Podium vorbei, Hemetsberger landete als Bester auf Rang 7. Heute bei der klassischen Abfahrt (11.45) fährt 1133 Tage nach seinem Horror-Crash beim Training in Copper Max Franz wieder ein Weltcuprennen.

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