Riesensensation in Gröden: Jan Zabystran hat am Freitag im Super-G die gute Sicht mit seiner hohen Startnummer 29 perfekt ausgenutzt und Ski-Geschichte geschrieben. Der 27-Jährige sorgte für den ersten tschechischen Herren-Sieg im Weltcup.
Auf Rang zwei landete der Schweizer Superstar Marco Odermatt (+0,22 Sekunden), das Podest komplettierte der Italiener Giovanni Franzoni (+0,37). Am Tag nach dem historisch schwächsten Gröden-Abfahrtsergebnis landete Daniel Hemetsberger auf Platz sieben (+0,46). Mit Vincent Kriechmayr (9.), Raphael Haaser (10.) und Marco Schwarz (13.) klassierten sich vier ÖSV-Fahrer unter den Top-15 des engen Rennens.
Hier der Endstand:
Wieder griff der „Gröden-Effekt“ der hervorkommenden Sonne. „Jeder, der diese Chance nutzt, hat es irgendwo verdient. Gratulation an Jan, aber klar fuchst es einen“, sagte Odermatt im ORF. „Um dreiviertel 12 fährt man komplett im Dunkeln und eine halbe Stunde später komplett im Licht.“ Er hatte mit einer Brachialfahrt am Limit lange die Führung vor dem italienischen Podest-Debütanten Giovanni Franzoni (+0,37 Sek.) und dem Franzosen Nils Allegre (+0,44) innegehabt.
Zabystran: „Es ist völlig verrückt“
Doch dann kam Zabystran, der im Chile-Trainingscamp bereits mächtig aufgezeigt hatte. Er trat im Anschluss völlig überwältigt vor die Mikrofone: „Ich hatte noch nie das grüne Licht (des Führenden), ich bin noch nie im Sessel des Führenden gesessen. Es ist völlig verrückt“, strahlte Zabystran. Während Zabystran auf den Spuren seiner Landsfrau Ester Ledecka wandelte, machten sich die Gröden-Verantwortlichen mit Feuereifer – erfolgreich – auf die Suche nach einer tschechischen Fahne für die Siegerehrung.
„Den Jan kenne ich schon ein Zeiterl, er ist ein gewaltiger Skifahrer, das wundert mich gar nicht“, sagte Hemetsberger über den Sieger. Der Oberösterreicher schwang erstmals im Olympia-Winter zufrieden ab, musste dann aber zuschauen, wie es Platz um Platz nach hinten ging. „Eine Gröden-Eigenart. Die Jungs bringen eine super Leistung, aber langsamer ist es nicht geworden.“ Er habe sich am Limit heruntergetastet, ein Innenskifehler am Ende der Ciaslat-Wiese sorgte für eine kurze Schrecksekunde. Mit einem Griff in den Schnee rettete er sich spektakulär. „Bei mir zählt, dass ich wieder halbwegs bei der Musik dabei bin.“

Letztlich riss aber eine drei Super-G-Rennen andauernde österreichische Podestserie. Kriechmayr kostete eine zu direkte Linienwahl einen möglichen weiteren Podestplatz. „Bei den Kamelbuckeln habe ich einen Fehler gemacht. Die anderen nicht. Ist so. Es war ein dummer Fehler, der mir schon zum zweiten Mal in meiner Karriere an dieser Stelle passiert ist“, sagte Kriechmayr. Er hoffte vor der klassischen Saslong-Abfahrt am Samstag (11.45 Uhr/live im sportkrone.at-Ticker) auf einen Lerneffekt.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.