Guten Morgen

Nicht gerechnet | Auf den Boden

Nicht gerechnet. Heute in zwei Wochen schreiben wir schon das Jahr 2026. Kein Wunder, wenn daher dieser Tage intensiv auf das politisch höchst ereignisreiche zu Ende gehende Jahr zurückgeblickt wird, wie etwa gestern Abend in der ORFIII-Runde der Chefredakteurinnen und Chefredakteure. Was bleibt in Erinnerung? Vor allem das, was sich gleich zu Jahresbeginn tat: die geplatzten Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP, SPÖ und Neos, die Karl Nehammer in die Politpension beförderten, beinahe das Comeback von Sebastian Kurz gebracht hätten und schließlich für alle unerwartet Christian Stocker an die Spitze der Volkspartei katapultierten. Weder hatte man mit ihm gerechnet, noch mit vielen weiteren Entwicklungen in diesem Jahr!

Auf den Boden. Stocker, so schien es im Jänner, würde als Vizekanzler in eine FPÖ-ÖVP-Regierung unter Bundeskanzler Herbert Kickl gehen. Längst wissen wir, dass der Wahlsieger von 2024 aber weiter im FPÖ-Klubbüro hinter dem Parlament und nicht im Kanzleramt am Ballhausplatz residiert. Doch Wählerstimmen sammeln weder Kanzler Stocker noch sein Vize Andreas Babler von der SPÖ – die gehen, wie sämtliche Umfragen zeigen, mehr denn je auf das Konto des blauen Doch-nicht-Kanzlers. Warum? Zwei Aussagen ließen im ORF-„Report“ am Dienstag Abend dazu aufhorchen. Polit-Professor Peter Filzmaier stellte fest, die Regierung werde allein an der sozialen und wirtschaftlichen Verbesserung für jeden Einzelnen gemessen. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian zum diesbezüglichen Regierungserfolg wie gewohnt salopp: „Ma müassat mehr aufn Boden bringen.“ Genau darum würde es gehen. Die Regierung hat nur dann eine Chance, wenn sie mehr auf den Boden bringt. Viel mehr.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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