90 Tage vor dem offiziellen Start hat die Westbahn am Montag erste Preisdetails zur neuen Strecke in den Süden Österreichs präsentiert. „Damit bringen wir ein erstklassiges Angebot auf die Schiene“, betonte Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch.
Bereits Anfang 2024 sickerten erste Pläne durch – die „Krone“ hat berichtet. Seit März 2025 gab die Westbahn erstmals offiziell bekannt, ab 1. März 2026 täglich auch von Wien über Graz nach Klagenfurt und Villach (und retour) zu fahren. Die Westbahn wird auf jeder Verbindung ein Kontingent an billigen Tickets anbieten. Wie viele es sind, hänge von dem erwarteten Reiseaufkommen ab.
Grafik: Die Preise in der Übersicht
Zur Erklärung: Superpreis-Tickets sind zuggebunden, kontingentiert und in mehreren Preisstufen verfügbar. Sie sind nur online buchbar – eine kostenlose Sitzplatzreservierung ist inklusive. Man benötigt keine Ermäßigungskarte. Motto: Je früher man bucht (möglich ab 90 Tage vor Reiseantritt), desto günstiger fährt man. Für ein Vorteils-Ticket braucht man eine entsprechende Ermäßigung (z.B. ÖBB-Vorteilscard). Ein Senioren-Ticket erhält man ab 65 Jahren. In Begleitung fahren Kinder unter sechs Jahren kostenlos mit. Für Kinder unter 15 Jahren zahlt man drei Euro pro Kind und Strecke. Der Vollpreis (dafür flexible Zeit) für eine Fahrt (z.B. von Wien nach Graz) kostet etwas mehr.
Hochgeschwindigkeitszüge mit bis zu 250 km/h
Zum Start auf der Südstrecke wird die Westbahn mit drei Hochgeschwindigkeitszügen auf der neuen Koralmstrecke unterwegs sein, die bis zu 250 km/h schnell fahren werden. Die Westbahn hätte auch gerne eine vierte Garnitur gehabt, habe sie aber nicht bekommen.
Volles Angebot mit täglich fünf Verbindungen ab 16. März
Der Start erfolgt in zwei Stufen: nach Lieferung der ersten beiden Fahrzeuge fährt die Westbahn ab 1. März zunächst dreimal täglich von Wien Hauptbahnhof Richtung Graz, Klagenfurt und Villach und retour. Mit dem dritten Fahrzeug folgt ab 16. März das volle Angebot mit fünf täglichen Verbindungen je Richtung.
Mehr Haltestellen als bei ÖBB
Auch wenn die drei Züge früher geliefert worden wären, hätte die Westbahn die Südverbindung gerne früher aufgenommen. Von Wien nach Villach soll es in dreieinhalb Stunden gehen. Das sei zwar knapp nicht die schnellste Verbindung, man biete aber vier zusätzliche Halte, die von den ÖBB in der Direktverbindung nicht angesteuert werden, neben Wiener Neustadt die touristischen Destinationen Semmering, Klopeiner See und Pörtschach, so Westbahn-Geschäftsführer Posch. An den Klopeiner See könne man damit von Wien aus in weniger als drei Stunden fahren.
Westbahn-Start in den Süden früher als geplant
Ursprünglich hatte sich die Westbahn zum Ziel genommen, erst nach Fertigstellung des Semmering-Basistunnels gegen Ende des Jahrzehnts in den Süden zu expandieren.
Grafik: Die Fahrpläne der Westbahn auf der neuen Südstrecke
„Wir starten so rasch und so umfangreich, wie es der Fahrzeugmarkt ermöglicht - und schneller, als es viele für möglich gehalten haben. Bahnreisende auf der Südstrecke werden somit viel früher als ursprünglich geplant von erstklassigem Bahnfahren mit der Westbahn profitieren“, so Westbahn-Geschäftsführer Marco Ramsbacher.
Tickets ab sofort online buchbar
Tickets für die neue Südverbindung kann man bereits ab heute online buchen. Stolz ist man bei der Westbahn, dass mit jeder Onlinebuchung ohne Preisaufschlag auch eine Sitzplatzreservierung verbunden ist. Wer mit dem Klimaticket fährt, kann ohne Aufpreis ebenfalls einen Sitzplatz buchen.
Wer früh bucht, profitiert von besonders attraktiven Preisen inklusive kostenloser Sitzplatzreservierung.
Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch
Das organisatorische Problem, dass man mit zwei regionalen Klimatickets für die Steiermark und Kärnten nicht von Graz nach Villach fahren dürfe, könne die Westbahn nicht lösen, sagte Posch. Er sei aber zuversichtlich, dass hier „das letzte Wort noch nicht gesprochen ist“.
Ab 2030 im Stundentakt
Ab Ende 2029/Anfang 2030, mit der Eröffnung des Semmeringtunnels, will die Westbahn zwischen Wien und Klagenfurt im Stundentakt fahren. Um die dafür nötigen Züge zu bekommen, müsse man bereits 2026 bestellen. Mit dem umstrittenen Ankauf von Garnituren des chinesischen Herstellers CRRC ist diese Ausweitung des Angebots nicht verknüpft, die Züge aus China werden künftig auf der Westbahnstrecke eingesetzt.
80 neue Jobs werden geschaffen
Auf der Südbahn werden nun vom Hersteller Stadler auf zunächst sechs Jahre geleaste Fahrzeuge eingesetzt, die von Stadler in Siebenbrunn gewartet werden sollen. Die Wartung werde über Nacht erfolgen, sodass die Züge laufend eingesetzt werden können. Posch erwartet sich eine „99,7-prozentige“ Verfügbarkeit. Die Westbahn wird für die neue Verbindung rund 80 neue Jobs schaffen, man sei auf der Suche nach Mitarbeitern, sagte Ramsbacher. Dazu kommen Investitionen und Personal von Stadler.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.