Fr, 16. November 2018

Fall vor Klärung

19.12.2013 13:22

Mann 15 Jahre nach Juwelier-Mord festgenommen

15 Jahre, nachdem der Geschäftsführer des Wiener Innenstadt-Juweliers Haban bei einem versuchten Überfall erschossen worden war, ist in Italien ein Verdächtiger festgenommen worden. Wie das Bundeskriminalamt am Donnerstag bekannt gab, klickten für den mittlerweile 40-Jährigen Anfang Dezember in Bologna die Handschellen. Er soll nun nach Österreich ausgeliefert werden.

Österreich hatte via Interpol nach Michele D. gefahndet. Die Festnahme erfolgte laut Mario Hejl, Sprecher des Bundeskriminalamts, wegen mehrerer Delikte. So wird der 40-Jährige verdächtigt, am 9. Mai 1998 den Haban-Geschäftsführer Siegfried Goluch in Anwesenheit von zwei Kunden erschossen zu haben.

Er stand dafür mit zwei mutmaßlichen Komplizen in Italien vor Gericht. Alle drei Männer wurden jedoch nach zwei langwierigen Rechtsgängen in Italien rechtskräftig vom Mordvorwurf freigesprochen.

Komplize 2004 in Österreich freigesprochen
Ein mutmaßlicher Komplize von Michele D., Massimiliano F., wurde dann Anfang 2003 in München festgenommen und nach Österreich ausgeliefert. Hierzulande wurde der Standpunkt vertreten, dass die italienische Entscheidung das Wiener Verfahren nicht berühre, da der Fall zu keinem Zeitpunkt an Italien abgetreten worden war. In Wien wurde Massimiliano F. daraufhin wegen des Überfalls auf den Juwelier Haban der Prozess gemacht - F. wurde 2004 wie schon in Italien 2003 rechtskräftig freigesprochen.

Michele D. in Italien wegen Mordes an Polizisten verurteilt
Michele D. wiederum wurde im April 2004 im Zusammenhang mit dem Tod eines italienischen Polizisten festgenommen. Er hatte zuvor einen Polizisten überfahren und dabei getötet. Dafür wurde er in Italien wegen Mordes verurteilt.

2010 erfolgte dann die nächste Festnahme von Michele D., wegen eines Überfalls auf einen Juwelier in Bologna. D. war zu diesem Zeitpunkt zwar noch in Haft, durfte jedoch zwischen 8 und 21 Uhr mit Genehmigung des Richters außerhalb des Gefängnisses einer Arbeit nachgehen. Bei dem Überfall hatte er Schmuck und Bargeld in Höhe von 1.800 Euro erbeutet. Der Juwelier hatte sich jedoch das Kennzeichen des Motorrads gemerkt, mit dem D. geflüchtet war.

Später wurde der 40-Jährige wegen guter Führung frühzeitig entlassen, bis nun Anfang Dezember zum wiederholten Mal die Handschellen für ihn klickten.

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