„Turtle Island“ aus Graz will das Aussterben der Flachen Moschusschildkröte verhindern. Weltweit gibt es keine so große Gruppe der Art wie an der Mur. Jetzt brauchen die Tiere eine neue Behausung – und Spenden.
Die Flache Moschusschildkröte ist Amerikas kleinste und seltenste Schildkrötenart und massiv vom Aussterben bedroht. In ihrem ursprünglichen Lebensraum, den Bächen von Alabama (USA), haben Umweltverschmutzung durch Kohlekraftwerke sowie der fortschreitende Klimawandel und illegale Wilderei dazu geführt, dass kaum noch Exemplare vorhanden sind. 93 Prozent ihres Lebensraums sind zerstört.
Nur noch ein Männchen in 400 US-Zoos
In 400 Schildkrötenzoos in den USA gibt es nur noch ein einziges Männchen und ihre Gesamtanzahl ist viel zu gering, um ein Überleben der Art, die sogar kopfüber klettern kann, zu sichern. Die letzte Hoffnung der Flachen Moschusschildkröte findet sich – in Graz!
Genauer gesagt bei „Turtle Island“. Die Zuchtstation mit mehreren Standorten beherbergt über 300 Schildkrötenarten und mehr als 3000 Exemplare. Damit ist die Einrichtung die weltweit größte und artenreichste Schildkrötenstation! Und sie ist das einzige Schutzprojekt der Welt mit einer ausreichend großen Erhaltungszuchtgruppe der Flachen Moschusschildkröte. Nur sie kann ein Aussterben der Art, die ihren Namen dem Moschusgeruch verdankt, den sie bei Bedrohung verströmt, verhindern. „Im Moment befinden sich 20 Eier in unseren Inkubatoren“, erklärt „Turtle Island“-Leiter Peter Praschag beim Besuch der „Krone“ am Standort in Graz-Straßgang.
Schildkröten sollen wieder angesiedelt werden
Eine Wiederansiedlung der Art in den USA ist möglich, aber schwierig. „Die Tiere von Graz einfach hinzuschicken, ist unmöglich. Die Amerikaner haben große Angst vor möglichen Krankheiten, die eingeschleppt werden könnten. Und die Tiere unmittelbar nach der Geburt zu verschicken, ist bürokratisch auch nicht einfach. Unsere amerikanischen Partner sind daher umso glücklicher darüber, dass wir hier in Graz so wichtige Arbeit für eine ihrer Arten leisten, und hoffen, die Flache Moschusschildkröte auch bei ihnen wieder anzusiedeln.“
Spenden für neue Becken
Derweil aber liegt alle Hoffnung auf der Zuchtstation in der steirischen Landeshauptstadt. Die aber räumlich zunehmend an ihre Grenzen stößt. „Wir haben keinen Platz mehr zum Anbauen. Daher müssen wir eine neue Behausung in die aktuelle Anlage integrieren. Wir planen deswegen eine neue Unterbringung mit 40 Becken und modernster Filtertechnik, um optimale Bedingungen für die Tiere zu schaffen.“ Aber: Die neue Unterbringung kostet 20.000 Euro. Praschag und sein engagiertes Team von Tierfreunden haben daher eine Spendenaktion gestartet. „Das Überleben dieser Art hängt davon ab, ob es uns gelingt, stabile Zuchtpopulationen zu erhalten. Mit der neuen Anlage wollen wir das möglich machen. Wir sind ihr einziger Rettungsanker“.
Informationen zur Spendenaktion gibt es unter www.turtle-island.org.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.