30.11.2013 14:44 |

"Nicht vorbereitet"

Moldawien lehnt Vereinigung mit Rumänien ab

Moldawien lehnt die von Rumäniens Staatschef Traian Basescu vor wenigen Tagen vorgeschlagene Vereinigung der beiden Länder ab. Der moldawische Ministerpräsident Iurie Leanca (Bild) erklärte am Freitag beim Ostintegrationsgipfel in Vilnius, dass sein Land auf eine Vereinigung mit dem benachbarten Rumänien "nicht vorbereitet" sei und die EU-Integration vorziehe.

"Als EU-Mitglied werden wir Teil eines gemeinsamen Wirtschafts- und Handelsraums sein. Es wird keine internen Staatsgrenzen geben. Das ist das Ziel, das wir anstreben", betonte Leanca.

Angst vor Annektion durch Rumänien
Moldawien, auch Republik Moldau genannt, hat durch die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens in Vilnius den ersten konkreten Schritt einer Orientierung nach Westeuropa unternommen. Gegner der EU-Integration Moldawiens - die Kommunistische Partei Moldawiens und Russland - hatten oft damit argumentiert, dass Rumänien unter dem Vorwand der EU-Annäherung Moldawien annektieren wolle.

Das als ärmstes Land Europas geltende Moldawien war 1991 beim Zerfall der Sowjetunion als unabhängige Republik ausgerufen worden. Ein Teil der Ex-Sowjetrepublik (Transnistrien) erklärte mit russischer Hilfe einseitig seine Unabhängigkeit von Moldawien.

Lange gemeinsame Geschichte
Das mehrheitlich rumänischsprachige Moldawien, das vom gleichnamigen rumänischen Landesteil durch den Fluss Prut abgetrennt ist, war bis 1812 sowie zwischen den beiden Weltkriegen Teil Rumäniens. Mit dem Friedensvertrag von 1947 fiel das damalige "Bessarabien" an die Sowjetunion.

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