Für ihr Experiment schalteten die Wirtschaftswissenschaftler Jennifer Doleac und Luke Stein über den Zeitraum von einem Jahr insgesamt 1.200 bezahlte Anzeigen auf dem US-Schnäppchenportal Craigslist. Angeboten wurde dabei in mehr als 300 Städten immer dasselbe Produkt: ein iPod nano. Einzig die Art und Weise, wie dieser präsentiert wurde, unterschied sich: Abwechselnd wurde der MP3-Player in den Annoncen von einer Hand gehalten, deren Haut entweder weiß, schwarz oder weiß und am Gelenk tätowiert war.
Das Ergebnis hat die Forscher schockiert: "Dass wir so viel Rassendiskriminierung aufdecken würden, hat uns wirklich umgehauen", wird Doleac in einer Mitteilung der Universität zitiert. Das Experiment zeigte demnach nicht nur, dass der schwarze Verkäufer 13 Prozent weniger Anfragen erhielt, sondern die Gebote für seinen iPod auch durchschnittlich zwölf Prozent unter jenen für den iPod des weißen Verkäufers lagen. Ähnlich diskriminierend verhielten sich die Käufer gegenüber dem weißen Verkäufer mit dem Tattoo am Handgelenk.
Dem schwarzen Verkäufer begegneten die Online-Shopper darüber hinaus jedoch auch mit einem deutlich geringeren Vertrauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Käufer sich weigerten, dem Verkäufer ihren echten Namen bekannt zu geben, war demnach 17-mal höher als beim weißen Anbieter. Zudem brachten die Käufer beim schwarzen Verkäufer 56-mal häufiger ihr Bedenken gegenüber der Versandart zum Ausdruck als beim hellhäutigen Verkäufer.










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