Skurrile Hauptverhandlung am Landesgericht Eisenstadt: Ein angeblich rabiater Ehemann muss sich vor der Richterin verbal gegen seine schlagfertige Gattin zur Wehr setzen. Schon vor dem Urteil stand fest: Statt der Scheidung wird es einen Neuanfang geben.
Die Anklage klingt schauderhaft: Zwischen Februar 2023 und Jänner 2026 soll ein zweifacher Familienvater seine Ehefrau im Südburgenland laufend geschlagen, sie ins Badezimmer eingesperrt und mit dem Umbringen bedroht haben. Dem 33-Jährigen wurde ein Betretungsverbot auferlegt, das in zwei Wochen ausläuft. Was dann? „Ich habe mich schon für ein Anti-Aggressionstraining angemeldet. Und gemeinsam machen wir eine Paartherapie. Wir versuchen einen Neuanfang.“ Dies wird die Frau (34) später im Zeugenstand bejahen.
Seine Wahrheit in Kurzform
Klar, man habe oft gestritten. Doch stets sei die Gattin auf ihn losgegangen. „Ich habe immer nur versucht, sie abzuwehren.“ Zweimal habe er nach Faustschlägen ein blaues Auge davongetragen. „Ich war deswegen sogar eine Woche im Krankenstand.“
Einschub I
Der Mann ist ein g’standener Arbeiter, die Frau misst kaum mehr 1,55 Meter.
„Und das Einsperren?“ – „Ich wollte nur in Ruhe mit ihr reden, ohne, dass die Kinder reinkönnen. Sie hat mich wieder geschlagen und ist dann rausgegangen.“ Bleibt das Umbringen. „Sie hat die Polizei gerufen, und ich habe auf Kroatisch zu ihr gesagt: Du bist jetzt fertig, im Sinn von finanziell ruiniert. Das kann man so oder so übersetzen.“
Einschub II
Außer minimalen Rötungen wies die Frau nie sichtbare Verletzungen auf. Es gab für keinen dieser angeblichen Vorfälle Zeugen.
Ich will keine Hoppalas mehr! Ich möchte unseren Kindern Werte mitgeben, wie ein richtiger Mann sein soll.
Die Ehefrau im Zeugenstand
Ihre Wahrheit in Kurzform
Der Ehemann habe „des Öfteren“ im Streit auf sie eingeschlagen. Sie habe sich dann gewehrt. Der mögliche Übersetzungsfehler wird eingeräumt. Was die Anzeige betrifft: „Ich bin die Letzte, die nach zehn Jahren eine Ehe aufgeben möchte. Ich musste einen Cut machen. Wenn er es schafft, gewisse Dinge zu verbessern, würde ich mich darüber freuen. Ich will keine Hoppalas mehr! Ich will unseren Kindern Werte mitgeben, wie ein richtiger Mann sein soll.“
Der 33-Jährige wird im Zweifel freigesprochen. Die Kosten für diese merkwürdige Familienaufstellung vor Gericht übernimmt der Steuerzahler.
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