14.02.2006 20:59 |

Beschlossen

Neuregelung bei Uni-Zugang beschlossen

Die Neuregelung des Universitätszugangs hat am Dienstag mit der Mehrheit der Koalitionsparteien den Wissenschaftsausschuss des Nationalrats passiert. Konkret wurde im Universitätsgesetz eine Verordnungsermächtigung verankert, durch die Bildungsministerin Gehrer "Ausländer-Quoten" für überlaufene Studienfächer festsetzen darf. Konkret sollen diese für die Fächer Human- und Zahnmedizin gelten.

Für das Medizin-Studium sollen ab dem kommenden Studienjahr Quoten eingeführt werden: Künftig werden 75 Prozent der Plätze für Inhaber österreichischer Reifezeugnisse reserviert, 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger. Gleichzeitig wird die Selektion der Medizin-Studenten noch vor den Studienbeginn gerückt: Statt wie in den vergangenen Jahren zwischen 2.500 und 3.500 Anfänger-Studienplätzen wird es künftig nur mehr 1.500 geben.

Gleichzeitig werden die Plätze im klinischen Bereich, die bisher erst nach Prüfungen in den ersten beiden Semestern vergeben wurden, den Anfänger-Studienplätzen angepasst und damit von 1.250 auf 1.500 erhöht. Im Endeffekt bedeutet dies eine Vorverlegung der Studenten-Selektion vom Ende des ersten Abschnitts nach zwei bzw. einem Semester bereits vor Studienbeginn.

Ob die Neuregelung des Uni-Zugangs vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) halten würde, ist für Juristen völlig offen. Kein Einwand kommt jedenfalls von der deutschen Regierung - der Studentenansturm in der Medizin wurde vor allem durch deutsche Numerus-Clausus-Flüchtlinge verursacht. Die Opposition fordert unterdessen eine Stellungnahme der EU-Kommission zur neuen Quoten- Regelung.

Montag, 14. Juni 2021
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