"Muss weitergehen"

Wilderer-Drama: Jetzt spricht Familie eines Opfers

Österreich
28.09.2013 17:00
Nach dem Amoklauf von Annaberg, bei dem der Wilderer Alois Huber aus dem Hinterhalt einen Sanitäter und drei Polizisten eiskalt erschossen hat, bricht erstmals die Familie eines Opfers ihr Schweigen: Seit sich der Tod in der dramatischen Nacht in das Leben der Angehörigen von Johann E. schlich, ist kein Stein auf dem anderen geblieben. "Wir stehen alle unter Schock", so die trauernde Familie.

"Ich habe mich von meinem Mann ganz normal am Montag verabschiedet und nicht im Traum daran gedacht, dass ich ihn nie mehr sehen könnte", so Witwe Hanna E. zur "Krone". Als knapp 20 Stunden später eine Abordnung des Kriseninterventionsteams und der Polizei bei ihr anläutete, brach für die Bäuerin eine Welt zusammen. Selbst schwer geschockt, musste die Niederösterreicherin auch noch der einzigen Tochter die unfassbare Nachricht übermitteln.

"Mir hat die Mutti im Büro am Telefon erzählt, was passiert ist. Mir war, als ob mir jemand den Boden unter den Füßen wegreißt", so die 19 Jahre alte Stefanie. Auch elf Tage nach der Tragödie können Mutter und Tochter noch nicht verstehen, dass sie ihren Ehemann und Papa für immer verloren haben. "Wir stehen alle nach wie vor unter Schock. Die letzten Tage haben wir unsere ganze Kraft dafür aufgebracht, alle Behördenwege zu erledigen", so die Familie weiter.

"Wissen, dass es weitergehen muss"
Noch fühlt sich die Welt für die Angehörigen wie in Watte gepackt an. Als könnte ihr Hans wie aus einem dichten Nebel plötzlich wieder durch die Tür treten, als könnte er wie eh und je "den besten Most machen oder im Wald das Brennholz für den Winter". Doch so wird es nie wieder sein. "Wir wissen, dass es weitergehen muss, und möchten uns auch bei den vielen Menschen bedanken, die uns in unserer schwärzesten Zeit helfen", sagen Mutter und Tochter. 

Trotz des Dramas geben sie sich gefasst, halten ihre Tränen tapfer zurück. Ihre Familie sind jetzt die Arbeitskollegen und Freunde ihres Mannes bzw. Vaters sowie die trauernden Angehörigen der anderen drei Opfer. Ob sie Groll gegen den Mörder hegen? Nach dem Warum fragen? "Wir sind noch nicht so weit, daran zu denken."

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