Kabarett-Preis

Felix Fally gewinnt den 39. Grazer Kleinkunstvogel

Steiermark
13.04.2025 14:00

Der Grazer Kleinkunstvogel 2025 ist am Samstagabend in den Händen von Felix Fally gelandet. Der 32-jährige Wiener reiht sich damit in eine Preisträger-Liste mit so klingenden Namen wie Mike Supancic, Michael Mittermeier und Paul Pizzera ein. Der Publikumsvogel ging an Sebastian Humi.

Peter Ostermann trägt eine Gelfrisur trotz lichten Haars und hat sein Hemd einen Knopf zu weit offen. Der schmierige Wiener dreht seinem Umfeld Versicherungen an, die eigentlich ein Schneeballsystem sind. Es war diese Figur, die Felix Fally am Samstagabend bei der Finalrunde des Grazer Kleinkunstvogels im Theatercafé zum Sieger machte: ein Kabaretttheater, kurz und bündig, mit viel Sprachwitz und Feinheit, „scharfe Beobachtungsgabe und Potenzial für eine professionelle Karriere“, begründete die Jury. 

Für den 32-jährigen Wiener war die Freude groß. „Ich habe vor etwa einem Jahr angefangen, kurze Videos auf Social Media zu posten.“ In diesen Sketches schlüpft er in verschiedene Rollen. „Man muss alles sehr herunterbrechen. Auf der Bühne ist es leichter, weil man länger erzählen kann. Der Gewinn bedeutet für mich auch, dass jemand das Langformat gerne schaut.“

Seine Inspiration? Der Alltag und seine Charaktere. „Ich beobachte die Leute und gebe dann weiter, was ich sehe und höre“, sagt er zur „Krone“. „Das war immer eine Leidenschaft von mir, ich habe immer gerne Lehrer und Kollegen nachgemacht und sie in fiktive Situationen versetzt.“ Jetzt, wo der von Christina Hasenhüttl gestaltete E-Steiermark-Kleinkunstvogel ihm gehört, steht die Arbeit an einem abendfüllenden Programm an.

Die Vögel, gestaltet von Christina Hasenhüttl und Sonja Hecher, Schülerinnen der Ortweinschule
Die Vögel, gestaltet von Christina Hasenhüttl und Sonja Hecher, Schülerinnen der Ortweinschule(Bild: Manfred Koch)

Publikumsliebling mit vielen Facetten
Der „Steirerkrone“-Publikumsvogel ging mit einer absoluten Mehrheit beim Voting an Sebastian Humi. Er ist Araber, katholisch und schwul – eine Kombination, die viel Stoff für Stand-up-Comedy hergibt. Die Mutter aus Bagdad, die immer trifft, wenn sie Schlapfen wirft, und immer wieder eine Hochzeit mit einer Frau vorschlägt – bei Humi regnet es Pointen. „95 Prozent von dem, was ich erzähle, ist echt“, sagt er. „Meine Mutter und Schwiegermutter sind im positivsten Sinne Karikaturen und beeindruckende Frauen.“ 

Arabisch, katholisch und schwul zu sein, sagt er, „das ist nicht immer leicht in Österreich. Man muss die Leute mit Humor damit konfrontieren, um Probleme anzusprechen.“ Mit dem queer-feministischen Comedy-Verein „Comedy-Kollektiv“ organisiert er Open-Mic-Abende in Wien und Events in ganz Österreich. Jetzt will er das erste Set fertig machen. Untertitel: „Das zerrissene Kind“. 

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