Einen Tag nach seinem Eintreffen in Moskau ist der per internationalem Haftbefehl gesuchte bosnische Serbenführer Milorad Dodik bereits von Russlands Präsident Wladimir Putin im Kreml empfangen worden. Der Kreml veröffentlichte am Dienstag ein Video, wie sich die beiden die Hände schütteln und dann an einen Tisch setzen. „Ich bin sehr froh, Sie in Moskau zu sehen“, sagte Putin in der Aufnahme.
Dodik hatte seine Ankunft in Moskau am Montag selbst mitgeteilt. Er veröffentlichte ein Video von sich vor dem Grabmal des Unbekannten Soldaten in der russischen Hauptstadt im Onlinedienst X (siehe unten). In der rund zweiminütigen Aufnahme lobte Dodik den russischen Präsidenten als „historischen Anführer (...) des russischen Volks“.
Dodik verspricht: „Werde zurückkehren“
Bald machten Gerüchte in Medien die Runde, Dodik könnte um die russische Staatsbürgerschaft ansuchen und in Russland Zuflucht vor der bosnischen Justiz suchen. Der für seinen separatistischen Kurs und Rhetorik bekannte Dodik war am 26. Februar wegen Verstoßes gegen Entscheidungen des Internationalen Bosnien-Beauftragten Christian Schmidt, der ihm übergeordnet ist, zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Sechs Jahre darf er keine öffentlichen Ämter bekleiden. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der bosnische Staatsgerichtshof stellte in der vergangenen Woche einen internationalen Haftbefehl gegen den 66-Jährigen aus.
Am Dienstag versicherte Dodik, dass er am Wochenende wieder in seine Heimat zurückkehren und an einer Sitzung der Führung der Republika Srpska in Banja Luka teilnehmen werde. Daran werde ihn „niemand hindern“, so der Politiker, der zuvor an einer Konferenz in Israel teilgenommen hatte.
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