Laut US-Präsident Donald Trump kommt eine Einigung mit ByteDance, der chinesischen Muttergesellschaft von TikTok, über den Verkauf der Kurzvideo-App noch vor Ablauf der Frist zustande. „Wir haben eine Menge potenzieller Käufer“, sagt Trump zu Journalisten an Bord der Air Force One. „Es gibt ein enormes Interesse an TikTok.“
Wegen möglicher Datenspionage und Manipulation der öffentlichen Meinung hatte der Kongress im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das ByteDance dazu verpflichtet, sein US-Geschäft bis zum 19. Jänner 2025 zu verkaufen. Ansonsten werde die Kurzvideo-App landesweit gesperrt. Weil bis zu diesem Zeitpunkt keine Einigung erzielt werden konnte, verlängerte Trump die Frist um 75 Tage. Die vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebte Plattform hatte sich zuvor in den USA kurzzeitig selbst abgeschaltet. Davon waren 170 Millionen Nutzer betroffen, etwa die Hälfte der US-Bevölkerung.
Spekulationen über mögliche Käufer
Als mögliche TikTok-Käufer gelten die Software-Konzerne Microsoft und Oracle. Auch der Milliardär und Trump-Intimus Elon Musk, der YouTube-Star Jimmy Donaldson alias „Mr. Beast“ sowie ein neuer US-Staatsfonds wurden zeitweise als Investoren gehandelt. Der Milliardär Frank McCourt hat nach eigenen Angaben bereits Finanzierungszusagen im Volumen von 20 Milliarden Dollar für den Kauf von TikTok eingesammelt.
Insidern zufolge favorisierte die US-Regierung zuletzt eine Übernahme durch US-Finanzinvestoren wie KKR, Susquehanna oder General Atlantic, die teilweise bereits an ByteDance beteiligt sind. Blackstone könnte zudem einen Minderheitsanteil erwerben, sagten weitere mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Die US-Regierung begleitet die Verkaufsverhandlungen unter Führung des US-Vizepräsidenten JD Vance sehr eng. Mit diesem bisher beispiellosen Engagement in diesem Prozess agiert sie fast wie eine Investmentbank.
Empfehlungsalgorithmus ist Dreh- und Angelpunkt
Der Knackpunkt bei den Verhandlungen um einen TikTok-Verkauf ist der Algorithmus, der Nutzern weitere Videos empfiehlt. Er gilt als Herzstück der Plattform. Experten bezweifeln, dass ByteDance diese Technologie aus der Hand geben würde. Außerdem falle sie voraussichtlich unter chinesische Ausfuhrbeschränkungen.
Der Milliardär Frank McCourt hat nach eigenen Aussagen ein Geschäftsmodell für TikTok erarbeitet, das ohne den aktuellen Algorithmus auskommt. Insider hatten zudem gesagt, dass TikTok eine für das US-Geschäft gedachte Kopie dieses Programms vorbereite.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.