Mehr als 2,4 Milliarden Euro Schulden hatte KTM aufgebaut. Nach dem grünen Licht für den Sanierungsplan fehlt zwar derzeit noch die Klarheit, wer als Investor einsteigt und damit auch das Kapital für die Quote an die Gläubiger zuschießt, die Produktion in Mattighofen lief aber wieder an. Das Comeback des Motorradherstellers lässt kaum jemanden kalt. Warum?
Zwei TV-Teams und zwei Fotografen dokumentierten frühmorgens den Arbeitsweg der Mitarbeiter; über den Tag verteilt gab es Live-Einstiege direkt aus Mattighofen – ein Tag, von dem sich KTM wünschte, dass er möglichst normal abläuft, wurde von uns Medien aufmerksam begleitet.
Den Ball flach halten, hatte man beim Motorradhersteller angesichts der Wiederaufnahme der Produktion als Devise ausgegeben, nachdem die vergangenen Monate ohnehin schon genug Rampenlicht beschert hatten. Mit Informationen war man deshalb extrem sparsam umgegangen. Half wenig bis nichts!
Weil es nicht so einfach ist, bei KTM zur Tagesordnung überzugehen, auch wenn sich das nach dem grünen Licht für den Sanierungsplan viele wünschen würden. Denn die Vorgänge bei den Mattighofenern werden sicher noch länger mit Argusaugen beobachtet werden, zumal die Frage nach dem dringend benötigten Investor nach wie vor unbeantwortet ist.
Fans der Marke aus dem Innviertel zittern deshalb weiter um deren Fortbestand. Andere wiederum schütteln aufgrund des Schuldenbergs von 2,4 Milliarden Euro nach wie vor den Kopf. Und dass ausgerechnet Stefan Pierer, den viele als Unternehmer abgespeichert haben, der anderen erklärt, wie man’s richtig macht, gescheitert ist, erfüllt manche mit Schadenfreude.
Die Kombination aus Bekanntheit, Schuldenhöhe und einer Reizfigur als Eigentümer kreiert ein Spannungsfeld, das sich nicht so schnell abbauen wird.
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