Tierschützer empört:

Schwere Missstände in italienischen Tierheimen

Tierecke
13.08.2013 10:55
Das Leid der Streunertiere in unseren Nachbarländern beschäftigt Tierschützer seit vielen Jahren. Leider gibt es Menschen, die sich an der dramatischen Situation der Tiere auch noch bereichern: In Italien sollen etwa Tierheimbetreiber die staatliche Unterstützung einstreichen und die bei ihnen untergebrachten Vierbeiner schwer misshandeln.

Vor allem im Süden Italiens steht Gewalt gegen Hunde an der Tagesordnung: Wer einen Vierbeiner misshandelt oder tötet, wird in den seltensten Fällen dafür strafrechtlich verfolgt. Umso schlimmer, dass auch noch Tierheimbetreiber aus dem Leid der Streuner Kapital schlagen. Auch von schweren Misshandlungen wird berichtet.

Stimmbänder der Hunde verätzt
So schlugen dieser Tage etwa Tierschützer aus der Region Apulien Alarm, wo es die meisten Tierheime gibt. Tierheimbetreiber sollen dort "ihren" Hunden die Stimmbänder verätzt haben, damit die Vierbeiner nicht mehr bellen können. Die Einrichtung werde nur deswegen betrieben, um Geld zu verdienen, so der Vorwurf. Denn vom Staat werden für jeden Hund täglich sieben Euro bezahlt. Die Förderung, die eigentlich den Tieren zugute kommen soll, landet in den Taschen der Tierheimbetreiber.

Vermittlung wird gezielt verhindert
"Gespart wird am Futter und am Personal. Tierärzte tauchen in den Heimen nie auf, und auch keine Interessenten, die einen Hund adoptieren wollen", so eine Tierschützerin, die mit der Situation in Apulien vertraut ist, und aus Angst vor den korrupten Tierheimbetreibern anonym bleiben will. Ihr Vorwurf: Die Vermittlung der Tiere würde "mit System" unterbunden, denn jeder Hund weniger bedeutet auch sieben Euro "Verlust".

Politik ist gefordert
Die skrupellosen Tierheimbetreiber sollen sogar so weit gehen, dass gezielt Anti-Vermittlungs-Kampagnen gegen Tierschutzorganisationen aus Österreich und Deutschland lanciert werden. "Es wird einfach behauptet, dass Hunde bei uns für Tierversuche missbraucht werden, nur damit möglichst wenige die Lager verlassen", so die Tierschützerin. Gefordert sei vor allem die italienische Politik, um an dieser Praxis etwas zu verändern.

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