Rätsel gibt ein neuer vierbeiniger Schützling den Pflegern im Tierschutzhaus in Vösendorf auf. Denn „Edie“, ein vierjähriges Lama, entpuppt sich als verhaltensauffällig. Entgegen der üblichen Lama-Art, mag „Edie“ seinesgleichen nicht: „Offenbar möchte er kein Lama sein!“
„Edie“ sei ein wirklich außergewöhnlicher Fall, bestätigt Stephan Scheidl. Dem Leiter des Tierschutzhauses und seinem Team ist nämlich noch nie ein Lama untergekommen, das ein derartig untypischen Verhalten an den Tag legt. „Wir haben schon viele Lamas betreut, aber noch keines, das nicht spuckt und sozial unverträglich mit Artgenossen ist.“
„Edie“ spuckt nicht
Begründet könnten „Edies“ Macken in der nicht artgerechten Haltung sein, die er in der Vergangenheit erleben musste, vermuten die erfahrenen Tierschützer. Mit anderen Lamas kommt der junge Hengst überhaupt nicht aus. „Er greift diese sogar an“, schildert Scheidl. Menschen gegenüber ist „Edie“ hingegen friedlich – und er spuckt auch nicht. Normalerweise spucken Lamas, um sich zu verteidigen oder zur Klärung der Rangordnung innerhalb der Herde.
Herde mit Schafen und Kälbern
Und auch mit anderen Tierarten hat „Edie“ offenbar keine Probleme. „Derzeit lebt er auf einer Koppel mit Kälbern, Schafen und Gänsen zusammen“, berichten Pfleger des Tierschutzhauses. Dieses ungewöhnliche Verhalten stellt die Fachleute in Vösendorf vor Herausforderungen. Denn sie versuchen jetzt einen geeigneten Platz für das Lama zu finden, wo ihm ermöglicht wird, sein Sozialverhalten zu verbessern. Tierheimeiter Scheidl: „,Edie‘ braucht einen erfahrenen Tierhalter mit Geduld und Fachkenntnis.“ Schmunzelnder Nachsatz: „Vor einem muss man jedenfalls keine Angst haben – von ,Edie‘ bespuckt zu werden!“
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