„Krone“-Kommentar
Merz gegen Trump & AfD
Vor Bundeskanzler Merz steht eine Herkulesaufgabe: Er muss nicht nur den Scherbenhaufen bewältigen, den die „Ampel“ hinterlassen hat, sondern auch den Scherbenhaufen, den der Wüterich im Weißen Haus anrichtet.
Der antike Held Herkules hatte zwei Säulen errichtet. Merz steht vor der gleichen Aufgabe in Deutschland, dessen drei Säulen des Wohlstands und der Sicherheit eingestürzt sind: Energiepreise, Autoexport, US-Schutzschirm.
Die erste Herausforderung stellt sich für Merz in Washington: Zölle, Truppenrückzug aus Deutschland, Rettung der Ukraine.
Die zweite Herausforderung ist die AfD, die ihren Stimmenanteil verdoppelt hat. Populisten kann man nur das Wasser abgraben durch gute Regierungsarbeit, die die Menschen überzeugt. In Deutschland heißt das, im Kampf gegen den islamistischen Terror den Worten endlich (!) auch Taten folgen zu lassen. Wenn das nicht gelingt (notfalls gegen die EU), ist die AfD in vier Jahren die stärkste Partei. Dann ginge es auch um das Überleben der liberalen Demokratie.
Kann Merz eine scharfe Ausländerpolitik mit dem Koalitionspartner SPD durchsetzen? Möglicherweise doch, denn die Partei steht mit dem Abgang von Scholz auch vor einem Richtungswechsel, mutmaßlich zu Boris Pistorius. Er ist ein Rechtssozialist, was in Österreich der Linie Doskozil entspräche.
Einmal mehr: Deutschland und Österreich sitzen im gleichen Boot.

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