Man soll es doch mit den Blauen versuchen – am lautesten kam dieser Ruf während der ÖVP-SPÖ-NEOS-Verhandlungen vonseiten der schwarzen Wirtschaft. Nun, nachdem die Verhandlungen zwischen Blau und Schwarz seit mehr als einem Monat einigungslos laufen, war es ausgerechnet Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer, der am Dienstag in die Offensive ging und via „Krone“ voll auf Verhandlungspartner Herbert Kickl zielte, den er im Machtrausch sieht – und nicht regierungsfit.
Mahrer hat zum Ausdruck gebracht, was längst weite Kreise in der Volkspartei empfinden: Man wäre sich mit den Freiheitlichen längst einig – wenn da nicht Kickl wäre. Statt vertrauensbildender Maßnahmen immer neue für einen Partner unerfüllbare Bedingungen. Die vermeintliche Nähe zwischen blauen und schwarzen Programmen? In Wahrheit scheint der Abstand täglich zu wachsen.
Beide Seiten haben sich – man gestatte die militärische Diktion – in ihren Schützengräben verschanzt und feuern auf den Gegner, der eigentlich zum Partner werden sollte.
Die ÖVP, nach der Wahlniederlage und den gescheiterten Verhandlungen zur Zuckerlkoalition ohnedies waidwund, hat Angst vor jeder Bewegung: Liefert sie sich der FPÖ aus, fürchtet sie, zur Geisel Kickls zu werden. Läuft sie in die andere Richtung, wartet das nächste Minenfeld.
Aber Kickl muss auch aufpassen: Er wäre nicht der Erste, der eine Schlacht gewonnen, aber den Krieg verloren hat.
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