Steigende Kosten, Personalabbau, Märkte im Umbruch, Nachfrage im Sinkflug: Viele Firmen sind aktuell enorm gefordert. Optimierungspotenziale werden ausgeschöpft, wo es nur möglich ist – dazu rücken auch mit Künstlicher Intelligenz ausgestattete Software-Lösungen immer mehr in den Blickpunkt. „Hier gibt’s noch enormen Nachholbedarf“, wissen Lukas Kragl und Evelyn Oberleitner von ProcessOne.
Brustkrebserkennungsraten können massiv gesteigert werden; in Las Vegas eröffnet im Mai ein Hotel, das vom Buchungssystem bis hin zum Concierge alles digital und kontaktlos anbietet; dank der automatisierten Analyse von Drohnenbildern wissen Landwirte, welche Felder Wasser oder Pflanzenschutzmittel benötigen: Künstliche Intelligenz ist aus vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken.
Skepsis zu Beginn
Doch zugleich ist die Skepsis in Bezug auf die digitale Innovation weiterhin groß. Das wissen auch Evelyn Oberleitner und Lukas Kragl von ProcessOne, einem KI-Dienstleister für die Verwaltung, den die beiden im April 2024 mit Mentor Gerhard Hinterkörner gegründet haben. „Zuerst begegnen uns die Mitarbeiter in einem Unternehmen oft mit Skepsis. Wenn sie aber einmal sehen, dass sie jetzt Rechnungen nicht mehr eintippen oder Lieferscheine nicht immer manuell mit der Auftragssumme abgleichen müssen, dann erkennen sie den Mehrwert für sich und ihre Arbeit und dann dreht sich das schnell“, erzählt Oberleitner.
Der KI-Dienstleister aus Schwertberg hat sich vor allem auf kleine und mittelgroße Betriebe spezialisiert. „Es ist meistens so, dass in den Unternehmen gar nicht die Zeit da ist, sich während des daily Business, das am Laufen gehalten werden muss, mit der Künstlichen Intelligenz und der Automatisierung zu beschäftigen. Gefühlt kommt ja auch jede Woche eine neue Lösung heraus. Wir probieren, sie durch diesen digitalen Dschungel zu führen“, sagt Kragl.
In der Industrie ist es ja längst gang und gäbe, dass Maschinen uns die Routinearbeit erleichtern. Unsere Mission ist es, dass wir das Ganze ins Office bringen.
Evelyn Oberleitner, Mitgründerin ProcessOne
Was machen die Mühlviertler? „Wir greifen das an, wo Excel, PDF, Daten und Dateien sind“, erklärt Kragl. ProcessOne sieht sich in der Rolle des Bindeglieds, beratet nicht nur, sondern packt an, wenn es darum geht, Prozesse zu digitalisieren. Kragl, früher Profi-Fußballer, mittlerweile längst Automatisierungsexperte, sieht enormes Potenzial und großen Handlungsbedarf: „Es gibt viele Prozesse, da arbeitet man wie vor zehn, 15, 20 Jahren. Dabei gibt’s so viele Möglichkeiten, repetitive Aufgaben durch Softwarelösungen zu optimieren.“
Im März geht’s für fünf Tage nach Hongkong
Vom digitalen Posteingang über die intelligente Dokumentenanalyse bis hin zur automatisierten Rechnungsverarbeitung – „es gibt viele, die das gerne haben möchten, aber nicht wissen, wie sie anfangen sollen“, so Oberleitner, die mit Kragl im März für fünf Tage nach Hongkong abhebt. Das noch einmal ein Jahr alte Unternehmen ist Teil des Startup-Programms von Global Incubator Network Austria, dem AI-Marketplace des Austria-Wirtschaftsservice und der Außenwirtschaft Austria und bekommt die Chance auf neue Perspektiven.
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