Wrack völlig zerstört
Absturz: Kaum Hoffnung auf weitere Überlebende
Nach einer Bruchlandung ist ein Flugzeug in Südkorea zerschellt und hat Feuer gefangen. Nachdem Ersthelfer kurz nach dem Unglück zwei Überlebende gefunden hatten, befürchten die Rettungskräfte, dass alle weiteren Passagiere und Crewmitglieder tot sind. Es waren 181 Menschen an Bord.
Die aus der thailändischen Hauptstadt Bangkok gekommene Boeing 737-8AS der südkoreanischen Billigfluglinie Jeju Air war um kurz nach 9.00 Uhr (Ortszeit) über die Landebahn hinausgeschossen und in einen Fangzaun hinter der Piste gekracht. Auf einem im südkoreanischen Fernsehen gezeigten Video war zu sehen, wie die Maschine ohne ausgeklapptes Fahrwerk über die Landebahn schlittert, am Ende der Strecke zerschellt und in Flammen aufgeht.
Zwei Flugbegleiter (eine Frau und ein Mann) hätten gerettet werden können. Sie werden laut den Behörden mit mittleren bis schweren Verletzungen im Spital behandelt.
Kaum Hoffnung auf weitere Überlebende
Bislang wurden 151 Todesopfer bestätigt, wie „The Korea Times“ berichtete. Die Feuerwehr gehe jedoch davon aus, dass es keine weiteren Überlebenden mehr gebe, so „Korea Joongang Daily“. Das Wrack sei „fast vollständig zerstört“ und in einem Zustand, dass es kaum möglich sei, noch mehr lebende Personen zu finden, wurde bei einer Pressekonferenz erklärt. Die Identifizierung der Leichen sei schwierig.
Die bislang geborgenen Leichen wurden in einem provisorischen Leichenschauhaus in der Nähe der Absturzstelle untergebracht, während die Suche nach weiteren Opfern immer noch im Gange ist.



Tower warnte vor Landung vor Vogelschlag
Die Ursache des Unglücks sei noch unklar, teilte die Airline mit. An dem Flugzeug des Typs Boeing 737-800 seien bisher keine Fehlfunktionen aufgetreten. Ein Vogelschlag könnte die Ursache sein, erklärte die örtliche Feuerwehr gegenüber der Nachrichtenagentur Yonhap. Dem südkoreanischen Verkehrsministerium zufolge hat der Tower die Piloten der Maschine kurz vor der Landung vor einem Vogelschlag gewarnt.
Das Feuer konnte 43 Minuten nach dem Unglück gelöscht werden, so „The Korea Times“ Rettungskräfte suchten nach Opfern, auch im Umfeld des Wracks. Der Absturz ist das schwerste Unglück einer südkoreanischen Fluggesellschaft seit 1997. Damals verunglückte in Guam eine Maschine von Korean Air. Es kamen mehr als 200 Menschen ums Leben.
Alle weiteren Flüge von und nach Muan wurden gestrichen. Der Flughafen, der 2007 nach zehnjähriger Bauzeit eröffnet wurde, liegt in der südwestlichen Provinz Jeolla – knapp 300 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Seoul. Westliche Fluggesellschaften steuern den Airport nicht an.
Airline bittet um Entschuldigung
Jeju Air veröffentlichte im Internet ein Entschuldigungsschreiben. „Wir entschuldigen uns zutiefst bei allen, die von dem Vorfall am Flughafen Muan betroffen sind“, schrieb die Airline auf ihrer Webseite. Airline-Chef Kim E-bae entschuldigte sich für den Absturz. Er werde mit den Behörden bei der Aufklärung des Unglücks zusammenarbeiten. Die Unterstützung der Hinterbliebenen habe oberste Priorität. Boeing erklärte, mit Jeju Air in Kontakt zu sein und für die Ermittlungen zur Verfügung zu stehen.
Jeju Air wurde 2005 gegründet. Die Airline bietet zahlreiche Inlandsverbindungen sowie Flüge nach Japan, Thailand und auf die Philippinen an. Der inmitten einer Staatskrise in Südkorea nur geschäftsführend tätige Präsident Choi Sang-mok ordnete umfassende Rettungsmaßnahmen an und begab sich zum Unglücksort.













Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.