„Wir haben an einem Moped gebastelt und brauchten Werkzeug“ – so rechtfertigten zwei Lehrlinge rund 15 Baustellen-Einbrüche südlich von Graz. Nebenbei nahmen sie noch Baufahrzeuge in Betrieb und fuhren so ziemlich alles über den Haufen. Jetzt wurden sie verurteilt.
„Mit dem, was ihr alles gestohlen habt, müsst ihr ja an einem Super-Moped gebaut haben“, scherzt Richter Raimund Frei in Anbetracht der albernen Verantwortung der Jugendlichen. Gestohlen wurden Schließzylinder, Vorhängeschlösser, Winkelschleifer, Akkuschlagbohrer, ein Schweißgerät, ein Fuchsschwanz, Werkzeugsets und vieles mehr.
Autolenker Schlüssel gestohlen
Tatsächlich benutzt wurde aber nur das Schweißgerät. Damit haben sie versucht, den Auspuff am Moped anzubringen. „Es fährt aber nicht“, erklärten der 16- und der 17-Jährige. „Haben Sie einen Führerschein?“, will der Richter vom jüngeren Angeklagten wissen. „Nein, hab ich nicht“, erklärt der Lehrling. Trotzdem fuhr er mit einem Auto, dessen Lenker das Duo den Schlüssel geklaut hatte, zwei Dumpern und einem Kompaktlader.
Fassaden mit gestohlenen Eiern beworfen
Dabei überfuhr der Steirer u. a. sieben Bauzaungitter, eine Gasflasche, diverse Mistkübel der Gemeinde, eine Müllinsel, mehrere Begrenzungsstecken, einen Schranken, einen Wildschutzzaun und einen Verkaufsstand. Nebenbei bewarfen sie Volksschule, Kindergarten und die Hausfassaden von Privathäusern mit Eiern, die sie bei einem Hofladen geklaut hatten. Eine Straßenwalze ließen sie über eine Böschung stürzen.
Mit einer Motorsäge von einer Baustelle fällten sie noch zwei Bäume, rissen Installationen heraus und zerstörten die Überwachungskameras. „Die Delikte sind gewerbsmäßig schwerer Diebstahl durch Einbruch, schwere Sachbeschädigung und unbefugter Gebrauch von Fahrzeugen“, klärt der Richter auf.
Mildes Urteil
Glücklicherweise haben die Lehrlinge bereits versucht, den über 20.000 Euro hohen Schaden wiedergutzumachen, was sich mildernd auswirkt. „Und die Bautätigkeiten am Moped wurden aufgegeben?“, will der Richter wissen. „Ja“, nicken beide unisono. Das Urteil - sechs bzw. sieben Monate auf Bewährung - nehmen die Burschen dankend an.
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