Gekommen war es zu den Drohungen und Nötigungen während der Informatik-Nachhilfestunden, die der 23-Jährige seinen 16-jährigen Kollegen gab. Vier Schüler sagten vor Gericht, dass der Angeklagte während der Nachhilfe mit seiner Waffe hantiert hatte. Er habe sie immer wieder geladen und entladen.
Während seiner Ausführungen zielte er dann auch auf die Jugendlichen. Der Satz "Ich mach' euch alle" sei immer wieder gefallen. Zu einem schwächeren Schüler sagte der Angeklagte: "Wenn du das nicht richtig löst, dann schieß ich dir ins Knie, das wächst nie mehr zusammen!" Dabei richtete er seine Waffe auf das Knie des Jugendlichen. Einem anderen hielt er die Pistole mehrmals an den Kopf, einmal, als sie nicht geladen war, spannte er sogar den Hahn und drückte ab.
Angeklagter: "Ich habe niemanden bedroht"
"Die Polizei hat das falsch protokolliert", sagte der Angeklagte, als ihm Richter Uwe Dumpelnik seine erste Aussage bei der Polizei vorhielt. Laut Protokoll hatte der Deutsche damals nämlich angegeben, es könne sein, dass er auf seine Mitschüler gezielt habe.
Nun sagte er, dass während der Nachhilfestunden überhaupt keine Waffe im Spiel war. Erst nach dem Lernen habe er den Jugendlichen seine Waffe gezeigt und mit ihnen eine "Sicherheitseinschulung" gemacht, weil sie von ihm das Schießen lernen wollten. "Ich habe niemanden bedroht", so der Deutsche.
Richter: "Das war brutal, was Sie gesagt haben"
Für den Richter bestand an der Schuld des Angeklagten nach den Zeugenaussagen allerdings kein Zweifel mehr. "Hier ist die Grenze zwischen einer Unmutsäußerung und einer Drohung weit überschritten. Das war einfach brutal, was Sie gesagt haben", sagte Dumpelnik in Bezug auf die Drohung gegen den schwächeren Schüler. Die sichergestellten Waffen wurden eingezogen. Der 23-Jährige wurde nach den Vorfällen vom Direktor der Schule suspendiert.
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