Direktor Stefan Bachmann hat seine Kölner Abschiedsinszenierung an die Burg mitgenommen. Die Zielgruppe für das wirre Werk des Deutsch-Türken Akin Emanuel Sipal dürfte überschaubar sein.
Die türkischen Übertitel wurden nach zehnminütigem Ausfall korrekt angezeigt. Dass deshalb das Publikum aus den Flächenbezirken an den Ring strömen wird, scheint allerdings noch unsicher. Auch das Interesse eingesessener Besucher könnte überschaubar bleiben: Direktor Stefan Bachmann hat seine Kölner Abschiedsinszenierung „Akins Traum vom osmanischen Reich“ ans Burgtheater übertragen, und der Text des Deutsch-Türken Akin Emanuel Sipal lässt selbst Sympathisanten ratlos zurück. sprachlich nicht ohne Reiz, mäandert er ziellos zwischen rhythmisiertem Schulfunk zur türkischen Geschichte, Larmoyanz und Verbalpornografie.
Zuerst erfahren wir, dass die Osmanen die europäische Kultur und die Moslems die Toleranz erfunden haben. Geschenkt, zumal umgekehrt wir glauben, dass unsere Kultur im Verlauf zweier Türkenbelagerungen um Haaresbreite der Auslöschung entgangen ist. Dann beklagt der Autor seine Ausgrenzung durch Rassisten, die ihn nicht in einem Atemzug mit den Nobelpreisträgern Jelinek und Handke nennen wollen. Und dann ferkelt er mit einer gewissen Edith anlasslos aus allen Öffnungen.
Bachmann hat dem Text seine bewährte Umsicht angedeihen lassen. Auf Olaf Altmanns minimalistischer Bühne entrollt sich ein reizvoller historischer Bilderbogen, und unter den Schauspielern gefallen die Neuzugänge Melanie Kretschmann, Bruno Cathomas und Stefko Hanushevsky sowie der bewährte Mehmet Atesci. Dennoch glüht das Warum an der kahlen Bühnenwand.
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