Geld zurück

ÖBB berappt 300.000 Euro wegen Verspätungen

Österreich
03.10.2005 12:14
Viele Pendler kennen das Problem: Der Zug hat Verspätung und in ganz argen Fällen wird der Anschlusszug auch noch verpasst. Für diese Fälle wird es in Zukunft Geld zurück geben. Die ÖBB werden wegen Verspätungen heuer rund 300.000 Euro an die Fahrgäste zurückzahlen. Davon geht das Unternehmen knapp zehn Monate nach In-Kraft-Treten neuer Entschädigungsregeln aus.

Bei über 60 Minuten Verspätung im Tagesverkehr bzw. 120 Minuten im Nachtverkehr zahlt die Bahn 20 Prozent des Fahrpreises zurück. Gültig sind die neuen fixen Entschädigungsregeln nur bei der Benützung von Fernzügen, also für IC-, EC- und ICE-Fahrten. Konkret gelten sie für Tickets ab 20 Euro Vollpreis im nationalen Verkehr bzw. ab 50 Euro im internationalen Verkehr. Dafür zahlen die ÖBB auch dann Geld zurück, wenn nicht der Fernverkehrszug selbst, sondern der regionale Anschlusszug oder der Anschlussbus verspätet ist.

Je nach Verkehrslage werden derzeit zwischen 300 und 700 Anträge im Monat eingebracht. 90 Prozent der Anträge beträfen den internationalen Zugverkehr, erklärte Wehinger - wobei die ÖBB ihrerseits im Falle einer verspäteten Grenzübergabe Regress bei ausländischen Betreibern nehme. Keine Zahlung wird bei höherer Gewalt geleistet, wie beispielsweise bei Murenabgängen, Hochwasser- oder sonstigen Unwetterkatastrophen.

Der Verein "Fahrgast" hatte die neuen Entschädigungen zuletzt als völlig unzureichend bezeichnet. Der Verein verlangt höhere Rückvergütungen, Entschädigungen auch bei kürzeren Verspätungen und eine Ausdehnung der Rückerstattungsregelungen auf den Nahverkehr, zumal der Fernverkehr kaum 5 Prozent des Gesamtmarkts ausmache. Auch in der EU wird unterdessen über eine Verschärfung der bisherigen Entschädigungsbestimmungen nachgedacht.

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