Alleingelassen von den Nahost-Verlierern Iran und Russland, ist Syriens Assad-Regime wie ein Kartenhaus zusammengebrochen. Diese historische Wende erinnert an die Implosion der alten Sowjetunion – mit nachfolgendem Chaos.
Über Jahrzehnte hatten Assad Vater und Sohn zu den ärgsten Kriegshetzern gegen Israel gehört. Damit verankerten sie ihre Herrschaft. Zuletzt war aber das Assad-Regime nur noch ein Schatten der alten Macht.
Israel hatte damit ganz gut leben können. An dieser Front herrschte Ruhe. Israel konnte dort risikolos die Nachschubwege des Iran zur Hisbollah im Libanon bombardieren.
Doch was folgt jetzt, wenn dort die Dschihadisten mit ihrem Feuereifer ans Werk gehen? Der neue „Pate“ Syriens heißt Erdoğan. Er betreibt eine neo-osmanische Politik, bei der das arabische Damaskus (bis hinunter nach Ägypten) eine Schlüsselrolle spielt. Erdogan hat wiederholt gedroht, in Israel einzugreifen.
Syrien ist ein Libanon im XXL-Format; innerlich zerrissen. Eine Massenflucht der Alawiten in ihr Kernland am Mittelmeer hat eingesetzt. Sie sind eine den Schiiten im Iran und der Hisbollah glaubensverwandte Volksgruppe, aus der auch das Assad-Regime stammte. Die Dschihadisten jedoch sind sunnitische Mehrheits-Moslems, die die Schiiten als Ketzer betrachten.
Das Assad-Regime hatte sich mit anderen Minderheiten wie den Christen verbündet und diese geschützt. Bleibt es so?
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