Ein Zugpendler ärgert sich über einen besonders rücksichtslosen Fahrgast, der frühmorgens lautstark am Handy einen Film ohne Kopfhörer schaute. Dann kam jedoch erst die Überraschung ...
Wer um 5.17 Uhr am Morgen in den Zug steigt, rechnet eher mit verschlafenen Gesichtern und frühzeitlicher Stille, als mit lautstarken Filmdialogen.
Gerhard B. pendelt täglich von Neunkirchen nach Wien und war deshalb umso überraschter, als vergangenen Donnerstag plötzlich schräg neben ihm laute englische Stimmen zu hören waren. „Ich schaute hinüber und sah einen Herrn mit grauer Hose und weißem Hemd, der gerade sein Frühstück zu sich nahm und dabei lautstark, ohne Kopfhörer, einen englischen Film oder eine Serie auf seinem Handy anschaute“, erzählt der Pendler der „Krone“.
Sollte ein Zugbegleiter – auch wenn er privat fährt – nicht mit gutem Beispiel vorangehen?
Gerhard B., Pendler aus Neunkirchen
B. wollte den Mann schon auf die aus seiner Sicht fehlende Rücksichtnahme aufmerksam machen. Doch dazu kam es nicht. Denn kurz vor Wiener Neustadt stand der „Störenfried“ plötzlich auf und verschwand.
„Störenfried“ war Schaffner außer Dienst
Aber nicht, um den Zug zu verlassen. Nein! Vielmehr war die Überraschung groß, als dieser „Störenfried“ plötzlich als Schaffner erschien und die Fahrkarte von Herrn B. kontrollierte. „Ich war so perplex, dass ich gar nichts sagen konnte“, so Herr B. Er fragt sich, ob ein Zugbegleiter nicht mit gutem Beispiel vorangehen sollte?
ÖBB verspricht, Mitarbeiter weiter zu sensibilisieren
Die ÖBB erklärt: „Wir nehmen die Rückmeldung ernst und werden unsere Mitarbeiter intern nochmals entsprechend sensibilisieren“, heißt es dazu. Schließlich gehe es darum, allen Fahrgästen eine angenehme Reise zu ermöglichen. Gleichzeitig sei aber auch ein rücksichtsvolles Miteinander aller Reisenden notwendig.
Für Gerhard B. bleibt jedenfalls ein bitterer Beigeschmack – denn ausgerechnet jene Person, die man eigentlich zu Hilfe ruft, wenn es Ärgernisse im Zug gibt, sorgte selbst für das größte Ärgernis an diesem frühen Morgen.
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