Mit den Worten „Was machst du da?“ herrschte Sportlehrer Konrad Hamm einen nächtlichen Eindringling in seiner Schule an, von dem er dachte, er sei ein ehemaliger Schüler. Dabei hatte er es mit einem mutmaßlichen Serientäter zu tun.
Wie berichtet, scheiterte ein Einbruchsversuch in der Nacht auf Dienstag in der Mittelschule Hausmannstätten (Graz-Umgebung) an dem beherzten Lehrer (47). Dieser war an diesem Abend noch zu später Stunde, konkret um 23.25 Uhr, in seiner Schule und arbeitete.
„Ich liebe die Stille im Haus“
„Ich bin öfters länger in der Schule, da ich die Stille im Haus liebe und dann sehr konzentriert arbeiten kann“, erklärt Hamm der „Krone“. Als er ein Geräusch hörte, die Tür zum Lehrerzimmer aber nicht aufging, habe er hinausgeschaut und eine „große schwarze Gestalt“ gesehen. Sein erster Gedanke: ein randalierender Ex-Schüler, weshalb er den Unbekannten auch gleich direkt ansprach.
Daraufhin ergriff der Einbrecher, der sich über ein aufgebrochenes Fenster Zutritt zum Schulgebäude verschafft hatte, die Flucht. Und Hamm hatte bald Oberwasser: „Ich habe ihn aus der Schule hinaus verfolgt und auf dem Parkplatz eingeholt.“ Dort konnte er den Mann, einen 27-jährigen deutschen Staatsbürger aus Graz-Umgebung, überwältigen, wofür laut Aussage des Lehrers einiges an Körperkraft nötig war.
Eindringling hatte Schraubenzieher in der Hand
Erst als er sah, dass sein Kontrahent einen Schraubenzieher in der Hand hatte, sei ihm gedämmert, dass seine Aktion „mutig war – aber auch leichtsinnig“. Hamm war dankbar, dass die Polizei schnell kam, denn lange hätte er den Mann nicht mehr bändigen können.
Die Beamten nahmen den 27-Jährigen, der für weitere Einbruchsdiebstähle – auch an Schulen – im Großraum Graz als Täter infrage kommen soll, fest. Er ist zum Teil geständig, über Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde er in die Justizanstalt Jakomini eingeliefert.
„Wer in Schulen einbricht, hat vermutlich kein tolles Leben“
Konrad Hamm, der in seiner Schule nun Gesprächsthema Nummer eins ist, zeigt Mitleid mit dem Verdächtigen: „Jemand, der in Schulen einbricht, hat vermutlich kein tolles Leben. Am Parkplatz hat er gesagt: Wenn ich ihn gehen lasse, geht er nach Hause und stellt nichts mehr an.“ Darauf habe er sich nicht eingelassen: „Na, so geht‘s nicht“, lautete die lapidare Antwort des Lehrers.
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