Nick Cave, der Prinz der Finsternis, meldet sich mit einem außergewöhnlichem Album zurück, das auch bisherige Skeptiker überzeugen wird. Wie gewöhnt, gibt Herr Cave sich äußerst düster, neu sind aber die brachial-positiven Vibes, die er sich bei einigen Songs gönnt.
Wirft man einen Blick auf den Opener von "Nocturama"werden Cave-Fans verdutzt schauen: der Song heißt "WonderfulLife" und scheint so richtig schöne Lebenslust zu versprühen.Erklingen die ersten Takte, weiß man aber, dass man es miteinem Nick Cave in bestechend düsterer Form zu tun hat unddas wunderbare Leben wird mit einem Zusatz im Refrain gleich wiederrelativiert. Da heißt es nämlich "...if you can findit".
Ebenso überraschend wie der Opener ist derRest des Albums. Entsprechen die ersten drei Nummern einem "herkömmlichen"Cave-Erlebnis, wird es ab Song Nummer 4 radikal anders: "Bringit on" (die erste Singleauskoppelung) und "Dead man in my bed"rocken los, dass Nick Cave Jüngern die Ohren bluten werden.Bei den folgenden Nummern wird das Tempo dann wieder etwas herausgenommen, bis es im Schlussstück "Babe, I'm on fire" dersprichwörtlche Hut brennt und "Nocturama" in einem 15-minütigenGeniestreich endet.
Das Fazit: Nick Cave und seine "Badseeds" habenmit "Nocturama" ein durch und durch ungewöhnliches, aberebenso außergewöhnliches Album abgeliefert.
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