Mittelalter-Rock steht hoch im Kurs: Die deutsche Band Feuerschwanz, bei der Dudelsäcke ebenso dazugehören wie E-Gitarren, hat zuletzt zweimal die deutschen Albumcharts erobert, in Österreich hat man es mit „Fegefeuer“ (2023) immerhin auf Platz 3 geschafft. Im Dezember gastieren die Deutschen dreimal in Österreich. „Wir kommen auf Fegefeuer-Tour, da wird es noch mal richtig heiß“, kündigt Sänger „Hauptmann Feuerschwanz“ an.
Sie singen über den „Bastard von Asgard“ und über den „Highlander“, lassen Instrumente aus dem Mittelalter auf Heavy Metal treffen, treten in Kostümen auf und haben zwei Tänzerinnen, die mit Flammenwerfern ebenso geschickt hantieren wie sie mit Feuer jonglieren. „Feuerschwanz hat sich an das Feuer herangetastet, jetzt sind wir stabil mit dem Feuer verbunden. Unser Krafttier ist der Drache, und da brauchen wir schon Feuer“, sagt der Hauptmann im APA-Interview.
Stetes Wachstum
Eigentlich heißt er Peter Henrici und kommt aus Erlangen. Weil er die Mittelalterszene für zu humorlos befand, setzte er mit Feuerschwanz auf Augenzwinkern und „Provokation“, wie er erzählt. Auch was Künstlernamen betrifft. „Dazu stehe ich heute noch, aber wir haben uns weiterentwickelt“, betont der 1971 geborene Sänger. Aufgetreten wurde unter anderem auf Mittelalterfesten. „Wir haben viel gelernt und viel provoziert. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir auf großen Bühnen spielen durften“, so der Hauptmann.
Rüstungen im Outfit gehörten von Anfang an bei Feuerschwanz dazu. „Mittlerweile habe ich eine Schauspielerrüstung, eine Leichtrüstung sozusagen“, schmunzelte Henrici. „Aber ich bin viele, viele Jahre mit Metall herumgelaufen. Bei uns ist alles echt gemacht. Das ist unsere Philosophie. KISS ist eine meiner Vorbildbands, sie haben ihr Ding einfach durchgezogen. Eine richtige Show macht eine andere Energie.“
Die Freuden des Digitalen
Beim Einsatz von Mittelalterinstrumenten sei man richtige Nerds, nickt der Sänger. Auf Tournee werden einige davon, aber nicht alle mitgenommen. „Ein Trumscheit zum Beispiel ist ein wunderbares Instrument, aber es handelt sich um einen riesigen Baumstamm mit einer Saite, sozusagen ein Kontrabass für ganz arme Mittelalterleute“, klärt Hauptmann Feuerschwanz auf. „Den können wir nicht auf die Bühne stellen. Aber das Instrument kommt teilweise auf den Alben zur Anwendung.“ Ein wahres Glück für Konzerte, dass heutzutage Mittelalterinstrumente auch digital zur Verfügung stehen.
Die deutsche Mittelalterszene habe man „im Blut“, versichert der Hauptmann. Man fühle sich aber auch dem keltischen Kulturkreis verbunden. Der sei groß: „Aus Irland, Schottland, aber auch aus Frankreich und der Schweiz kommen keltische Einflüsse.“ Dass Feuerschwanz nicht nur geliebt, sondern auch belächelt wird, scheint Henrici bewusst: „Wenn etwas anders ist, wird es schnell als Kinderkram abgetan. Aber die Metalszene ist zum Glück so aufgeschlossen, dass es genug Leute gut finden.“ Man müsse ja nicht immer alles zu ernst nehmen: „Ein bisschen locker sollte man bleiben“, empfiehlt Hauptmann Feuerschwanz: „Entspannt, locker und Gelage-tauglich.“
Dreimal live in Österreich
Mit viel Mummenschanz und allen Hits sind Feuerschwanz Anfang Dezember gleich dreimal in Österreich zu Gast. Am 4. Dezember konzertieren sie im Grazer Orpheum, am 5. Dezember im Posthof in Linz und am 6. Dezember im Wiener Gasometer. Unter www.oeticket.com gibt es noch Karten und alle weiteren Informationen zu den Konzerten.
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