Giftige Pestizide von einer Baurestdeponie verunreinigten in Ohlsdorf 2014 das Trinkwasser. Die Gemeinde musste daraufhin eine neue Leitung nach Gmunden bauen – und bekam nun vom Berufungsgericht erneut recht. Das Oberlandesgericht Linz sprach Ohlsdorf 769.000 Euro Schadenersatz zu, das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Im Jänner 2014 fiel Gemeindebürgern in Ohlsdorf auf: Das Trinkwasser stinkt und schmeckt schlecht. Nach langwieriger Ursachenforschung stellte sich heraus, dass die Verunreinigung auf die damalige Baurestmassendeponie II zurückzuführen war. Die Abfallentsorgungsgesellschaft soll bei der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln Abwasser mit Pestiziden auf der Deponie entsorgt und so das Trinkwasser verunreinigt haben.
Mix aus Giftstoffen
Im heurigen Frühling bekam die Gemeinde vom Landesgericht Wels rund 630.000 Euro Schadenersatz zugesprochen, schließlich musste man damals auch eigens eine neue Leitung von Gmunden bauen. Das Gericht sah es zudem als erwiesen an, dass die Abfallfirma zwischen Mai 2013 und Juli 2014 einen Mix aus Pestiziden, Insektiziden und Fungiziden unrechtmäßig entsorgt hatte. Im Trinkwasser wurden unter anderem die Stoffe Clopyralid, Clomazon, Metalaxyl und Metribuzin festgestellt.
Mehr Geld für Gemeinde
Nun erhöhte der Berufungssenat des Oberlandesgerichtes Linz die Schadenersatzsumme für die Gemeinde sogar auf 769.000 Euro. In der 67 Seiten langen Entscheidung ist zu lesen, dass „die Ablagerung gefährlicher flüssiger Abfälle auf der Deponie schlechthin unzulässig war“.
Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Ohlsdorfer Trinkwasser-Skandal aus 2014 könnte die Justiz also noch weiter beschäftigen.
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