Eine neue Regelung soll die Linzer Straße in St. Pölten beleben – es ist die bereits dritte unterschiedliche Lösung im heurigen Jahr. Doch eine von vielen geforderte Umgestaltung ist noch nicht in Sicht.
Die Linzer Straße gilt als Sorgenkind der St. Pöltner Innenstadt. Zwar beheimatet sie, etwa mit der „Bühne im Hof“, durchaus Frequenzbringer, Laufkundschaft verirrt sich aber eher selten dorthin.
Wie sehr die Straße ihre Rolle im Zentrum sucht, zeigt sich alleine darin, dass es heuer bereits die dritte Verkehrslösung gibt. Nachdem bis April Tempo 30 galt, wurde sie während des Kunstfestivals Tangente zur Fußgängerzone. Die Umsetzung wird im Nachhinein aber von vielen als gescheitert angesehen. Weil die Linzer Straße nicht umgestaltet wurde, blieben die meisten Fußgänger auf dem Gehsteig.
Eine Begegnungszone ist eine Straße, deren Fahrbahn für die gemeinsame Nutzung durch Fahrzeuge und Fußgänger bestimmt ist. Das Besondere einer Begegnungszone ist also, dass alle Verkehrsteilnehmer die Fahrbahn gleichberechtigt nutzen dürfen. Fußgänger dürfen in Begegnungszonen die gesamte Fahrbahn benützen. Dabei dürfen sie den Fahrzeugverkehr jedoch nicht mutwillig behindern. Dieses Aufeinandertreffen erfordert eine erhöhte gegenseitige Rücksichtnahme.
„Dachten, es wäre eine Chance“
Was auch sicherer war, weil die Stadtbusse weiter durch die Fußgängerzone fahren durften – scheinbar häufig deutlich über der erlaubten Schrittgeschwindigkeit. „Wir dachten, die Regelung wäre eine Chance, doch wir wurden sehr enttäuscht“, heißt es aus dem MacLarens’s Pub, das gerne einen Gastgarten umgesetzt hätte: „Der wurde uns aber leider untersagt.“
„Viele können nichts damit anfangen“
Seit wenigen Tagen ist die Linzer Straße – wie berichtet – eine Begegnungszone. Alle Verkehrsteilnehmer sind nun gleichgestellt, es herrscht Tempo 20. In der Theorie. Die Praxis sieht anders aus. „Viele können mit einer Begegnungszone noch nichts anfangen und baulich sieht sie auch nicht wie eine aus“, heißt es seitens der Polizei. Um die Straße mit Leben zu füllen, fordern daher nicht nur Anrainer eine Umgestaltung: „Sonst bleibt sie weiter eine Geisterstraße.“
Laut Rathaus gibt es bislang aber keine konkreten Ideen. Bis auf die Beschilderung als Begegnungszone sei aktuell keine optische Umgestaltung geplant. „Weitere Maßnahmen werden aber aktuell diskutiert“, heißt es.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.